Wenige Tage vor dem Besuch von Außenminister Heiko Maas (SPD) ist ein Militär-Ausbildungslager der EU im Süden von Mali angegriffen worden. Mutmaßliche Islamisten hatten das Camp "Gecko" nahe der Stadt Koulikoro am frühen Sonntagmorgen mit Raketen, Pistolen sowie mit Sprengstoff beladenen Autos angegriffen. Zwei malische Soldaten wurden getötet, drei weitere Militärangehörige und ein Zivilist  verletzt, wie das  Sicherheitsministerium in Bamako mitteilte.  

In Mali sind rund 800 deutsche Soldaten an einer UN-Friedenstruppe und rund 160 Soldaten an einer EU-Mission zur Ausbildung der malischen Streitkräfte beteiligt. Auch in Camp Gecko sind deutsche Soldaten stationiert. Von ihnen kam aber niemand zu Schaden, wie die Bundeswehr mitteilte.

Zu Besuch in Sierra Leone, Burkina Faso und Mali

Außenminister Maas will das Feldlager während einer fünftägigen Reise durch Westafrika besuchen. Den Auftakt macht am Montag Sierra Leone. Danach reist er weiter nach Burkina Faso und Mali, in denen islamistische Gruppierungen regelmäßig Angriffe verüben. Zu ihrer Bekämpfung haben die beiden Staaten zusammen mit Mauretanien, Niger und Tschad eine Eingreiftruppe gegründet, die von der EU unterstützt wird.

Bei einem anderen Angriff in Mali waren erst am Samstag drei Blauhelm-Soldaten aus Guinea getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Soldaten gehörten zur UN-Mission Minusma, an der sich die Bundeswehr beteiligt.

Vor  einer Woche war ein Konvoi der Bundeswehr bei Gao im Norden des Landes beschossen worden. Täter waren wohl in dem Fall malische Streitkräfte, die eigentlich mit der UN-Mission zusammenarbeiten. Die deutschen Soldaten blieben unverletzt.

Vor allem im Norden des Landes sind zahlreiche Gruppen islamistischer Extremisten aktiv, weshalb Minusma als einer der gefährlichsten Blauhelm-Einsätze gilt. Seit dem Start der Mission 2013 sind in Mali  mehr als 100 UN-Soldaten getötet worden.