Beim Bundeswehreinsatz in Mali ist ein deutscher Konvoi vermutlich von Soldaten der heimischen Streitkräfte beschossen worden, mit denen sie eigentlich zusammenarbeitet. Die Deutschen erwiderten das Feuer, wie ein Sprecher der Bundeswehr sagte. Alle Soldaten seien unverletzt in ihr Lager zurückgekehrt, ein malischer Soldat sei schwer verletzt worden. Zunächst hatte der Spiegel über den Vorfall berichtet.

Bislang könne weder bestätigt noch ausgeschlossen werden, dass der Mann von den Deutschen getroffen worden sei. Der Soldat sei von der Bundeswehr in eine französische Sanitätseinrichtung gebracht worden und schwebe in Lebensgefahr, hieß es. Wie es zu dem Zwischenfall kam, soll nun aufgeklärt werden. "Es war da schon dunkle Nacht, als das passiert ist", sagte der Bundeswehrsprecher.

Seinen Angaben nach war der Konvoi am Samstagabend etwa 50 Kilometer westlich der nordöstlich gelegenen Stadt Gao mit Handwaffen beschossen worden. Erst später sei klar geworden, dass es sich vermutlich um einen Schusswechsel mit malischen Soldaten gehandelt habe. Die Bundeswehrsoldaten waren im Einsatz, um ein Fahrzeug der belgischen Streitkräfte zu bergen.

Die Bundeswehr beteiligt sich in Mali mit rund 1.000 Soldaten an der UN-Mission Minusma zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes. Sie sind vor allem in Gao stationiert. In der Sahara im Norden Malis sind zahlreiche Gruppen islamistischer Extremisten aktiv.