Michael Cohen, der frühere Anwalt und Vertraute von US-Präsident Donald Trump, hat seine Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Senats verschoben. Anlass seien medizinische Gründe, teilte Cohens Anwalt Lanny Davis mit. Cohen war vom Senatsausschuss vorgeladen worden und hätte eigentlich am 12. Februar aussagen sollen. Der Senat hatte sich mit der Vorladung über Cohens Weigerung hinweggesetzt, zum jetzigen Zeitpunkt vor dem Kongress zu erscheinen.

Davis hatte bereits im Januar mitgeteilt, dass Cohen sich einem kleinen chirurgischen Eingriff an der Schulter unterzogen habe. Damit verschiebt Cohen seine Aussage vor dem Kongress bereits zum dritten Mal. Aus einer öffentlichen Anhörung vor dem Ausschuss für Aufsicht und Reform des Repräsentantenhauses hatte er sich zurückgezogen, weil es Drohungen von Trump und Trumps Anwalt Rudy Giuliani gegeben habe.

Cohen gilt als wichtige Figur in der Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller über mögliche Geheimabsprachen des Trump-Lagers mit Russland im US-Wahlkampf 2016. Der Anwalt, der einst gesagt hatte, er sei bereit, für den Präsidenten eine Kugel abzufangen, hat sich mit Trump überworfen und kooperiert nun mit Mueller.

Ein neuer Termin für das abgesagte Gespräch mit dem Senatsausschuss wurde zunächst nicht bekannt. Vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses soll Cohen am 28. Februar aussagen. Dieser Termin wäre die erste größere Anhörung, seit die Demokraten Anfang Januar die Kontrolle über das Repräsentantenhaus übernommen haben. Sie hatten angekündigt, in dieser Funktion Trumps Verhalten im Weißen Haus genauer zu überprüfen.

Im Dezember war Cohen von einem New Yorker Gericht zu dreijähriger Haft verurteilt worden, unter anderem wegen Meineids gegenüber dem Kongress. Der 52-Jährige hatte außerdem Verstöße gegen die Wahlkampffinanzierungsgesetze zugegeben. Er soll seine Haft im März antreten.