Das griechische Parlament hat dem Nato-Beitritt der künftigen Republik Nordmazedonien zugestimmt. 153 Abgeordnete votierten für die Ratifizierung des Beitrittsprotokolls, 140 dagegen, teilte das Parlamentspräsidium in Athen mit. "Ich heiße Nordmazedonien willkommen", sagte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach dem Votum. Der Beitritt werde die Region stabilisieren.

Mit der Entscheidung endet der jahrzehntelange Namensstreit zwischen Griechenland und dem Balkanstaat. Nordmazedoniens Außenminister hatte vor der Abstimmung mitgeteilt, bei einer Ratifizierung des Nato-Beitritts durch das griechische Parlament alle internationalen Organisationen und Länder über die Umbenennung des Landes informieren zu wollen.

Die Botschafter der 29 Nato-Staaten hatten zuvor das Beitrittsprotokoll für die künftige Republik Nordmazedonien unterzeichnet. Die Bündnispartner müssen das Abkommen aber noch auf nationaler Ebene ratifizieren. Bislang hatte Griechenland den Nato-Beitritt Mazedoniens blockiert, weil es auch eine nordgriechische Provinz namens Mazedonien gibt und die Regierung in Athen Gebietsansprüche durch das Nachbarland befürchtete. Durch die Ratifizierung könnte Nordmazedonien bereits im kommenden Jahr als 30. Mitgliedsland dem Militärbündnis beitreten.

Der Namensstreit der beiden Länder reicht ins Jahr 1991 zurück, als die jugoslawische Republik die Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte. Der mazedonische Regierungschef Zoran Zaev und Alexis Tsipras hatten sich im Sommer 2018 auf die Umbenennung geeinigt.