Die USA haben im vergangenen Jahr laut Militärexperten mit Abstand am meisten für ihr Militär ausgegeben. Der US-Verteidigungshaushalt lag 2018 bei 643,3 Milliarden US-Dollar (etwa 570 Milliarden Euro), wie aus dem Jahresbericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) hervorgeht. Das ist etwa das zehnfache der russischen Militärausgaben. Noch vor Russland liegen China und Saudi-Arabien.

Laut dem Bericht, den das IISS auf der Münchener Sicherheitskonferenz vorstellte, gab Russland zuletzt 63,1 Milliarden Dollar für Verteidigung aus. China kam auf 168,2 und Saudi-Arabien auf 82,9 Milliarden Dollar. Unter den europäischen Nato-Ländern hatte Großbritannien mit 56,1 Milliarden US-Dollar die höchsten Verteidigungsausgaben. Es folgen Frankreich mit 53,4 Milliarden Dollar und Deutschland mit 45,7 Milliarden Euro.

US-Präsident Donald Trump hat die europäischen Natoländer wiederholt dazu aufgefordert, mehr für Verteidigung auszugeben. Er verlangt von den Alliierten, ihre Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttosozialprodukts (BIP) zu erhöhen. Im Jahr 2014 hatten sich die Nato-Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, auf das Zwei-Prozent-Ziel geeinigt. Die Bundesregierung will die Ausgaben bis 2024 auf 1,5 Prozent erhöhen.

"Die Russen bekommen viel Schlagkraft aus dem Geld, das sie investieren" sagte IISS-Experte François Heisbourg auf der Sicherheitskonferenz. In Europa sei dies nicht unbedingt der Fall. Man solle die Zahlen daher nicht als Argument nehmen, die Verteidigungsausgaben in Europa wieder zu reduzieren.

Wie das IISS mitteilte, würde China derzeit gegen die Bestimmungen des INF-Vertrag verstoßen, wenn das Land dem Abkommen beigetreten wäre. Fast der gesamte chinesische Bestand an ballistischen Raketen und Lenkflugkörpern wäre nach den Vertragsbestimmungen verboten. Die USA argumentierten bei ihrem Austritt aus dem Abrüstungsvertrag mit Russland damit, dass Drittländer wie China nicht erfasst werden.

Das 1958 gegründete IISS gilt als weltweit führende Einrichtung bei der Beurteilung internationaler Konflikte. Jedes Jahr gibt das Insitut den Military-Balance-Report heraus, der die militärische Stärke und Rüstungsindustrie von 171 Ländern analysiert.