Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat den USA "pathologische Besessenheit" gegenüber Teheran vorgeworfen. Die Warnungen des amerikanischen US-Vizepräsidenten Mike Pence bezeichnete er auf der Münchner Sicherheitskonferenz als "lachhaft, aber gleichzeitig auch sehr, sehr gefährlich". Pence hatte am Samstag erneut vor einem iranischen Angriff auf Israel gewarnt und gesagt: "Das iranische Regime befürwortet einen Holocaust und versucht ihn auch zu erreichen."

Sarif nutzte seine Rede in München für eine Generalabrechnung mit den Vereinigten Staaten. Er sprach von "ignoranten Hassreden amerikanischer Regierungsvertreter", warf den USA "hasserfüllte Anschuldigungen", Feindseligkeit und eine Dämonisierung des Irans vor. Der Außenminister beschuldigte die Amerikaner auch, einen Regierungswechsel im Iran herbeiführen zu wollen: "Die USA machen nichts anderes, nur das."

Sarif kritisierte, dass die USA die Europäer zum Bruch des Abkommens über eine Verhinderung einer iranischen Atombombe aufforderten. Dies sei eine "Farce". "Es wird verlangt, eine UN-Sicherheitsratsresolution zu brechen."

Die USA versuchten Europa zu zwingen, ihrerseits das Atomabkommen zu verletzen, sagte Sarif. Die Europäer dürften dies nicht zulassen. US-Vizepräsident Pence hatte am Samstag von den Europäern verlangt, aus dem Atomvertrag auszusteigen.

Die USA hatten im Mai 2018 das von Barack Obama ausgehandelte Atomabkommen mit dem Iran verlassen und setzen das Land seitdem mit immer härteren Sanktionen unter Druck. In dem Abkommen von 2015 hatte sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, Sanktionen gegen die Islamische Republik aufzuheben. Im Gegenzug soll ausgeschlossen werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien schufen im Januar das Zahlungssystem Instex, das europäische Firmen im Handel mit dem Iran vor US-Sanktionen schützen und damit das Atomabkommen retten soll. Ob dies gelingen wird, ist unklar.