US-Präsident Donald Trump will die im Irak stationierten amerikanischen Truppen dazu nutzen, um den Iran zu beobachten. In einem Interview mit dem US-Sender CBS wurde Trump gefragt, ob er Soldaten im Irak behalten wolle, weil er den Iran angreifen möchte. "Nein", antwortete Trump, "weil ich den Iran beobachten will."

Die USA hätten eine unglaubliche und teure Militärbasis im Irak gebaut, sagte Trump. Die Lage sei perfekt, um verschiedene Teile des Nahen Ostens im Auge zu behalten. Dadurch könnten die USA schnell bemerken, wenn etwa ein Staat plane, Nuklearwaffen zu entwickeln, so der US-Präsident.

Trumps Aussagen könnten diplomatische Verstimmungen mit dem Irak auslösen. Zuvor hatte Trump gesagt, dass er mehr Truppen im Irak wolle, um ein Wiedererstarken des "Islamischen Staats" (IS) zu verhindern. Im Irak befinden sich bereits etwa 5.000 US-Soldaten.

Der irakische Präsident Barham Salih forderte Klarheit über den amerikanischen Militärauftrag im Irak. Trump habe nicht um eine Genehmigung gebeten, dass die im Irak stationierten US-Truppen den Iran beobachten können sollten, sagte Salih. Der zwischen beiden Staaten vereinbarte Auftrag für die US-Truppen laute Terrorismusbekämpfung.

Im Dezember hatte Trump angekündigt, etwa 2.000 Soldaten aus Syrien abzuziehen. Das US-Verteidigungsministerium entwickelt derzeit eine neue Strategie für Syrien, um trotz des Abzugs weiterhin den IS zu bekämpfen und verbündete kurdische Kräfte zu unterstützen. Seit Wochen verfolgen die USA daher in Verhandlungen mit dem Irak das Ziel, Truppen aus Syrien dorthin zu verlegen, wie die New York Times berichtet. Allerdings misstrauen irakische Politiker den US-Plänen. Laut New York Times fürchten sie, dass die USA vorgäben, den IS zu bekämpfen, es in Wahrheit aber um den Iran gehe.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels war fehlerhaft von "Truppen" statt von "Soldaten" die Rede. Wir haben die entsprechenden Stellen korrigiert.