Angesichts der Spannungen entlang der Grenze Venezuelas zu den Nachbarländern wegen der dort lagernden humanitären Hilfe haben die USA das venezolanische Militär vor weiterer Gewaltanwendung gewarnt. Zudem verurteilte die Regierung in Washington die Tötung zweier Angehöriger eines indigenen Stamms bei einem Militäreinsatz in einer Erklärung.

Da Präsident Nicolás Maduro vor den am Wochenende erwarteten Transporten mit Hilfsgütern die Grenzen hat schließen lassen, wurden der Staatschef und seine Anhänger darauf hingewiesen, dass jeder Verstoß gegen Menschenrechte "nicht ungestraft" bleiben werde. Das Militär wurde an seine verfassungsmäßige Aufgabe erinnert, das Volk zu beschützen und humanitäre Hilfe ungehindert ins Land zu lassen. "Die Welt sieht zu", schloss die Erklärung des Weißen Hauses.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres rief nach Angaben seines Sprechers alle Beteiligten zu Gewaltverzicht in Venezuela auf. Guterres sei nach dem Ausbruch von Unruhen im Zuge eines Streits über Hilfslieferungen äußerst besorgt, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric zu Journalisten. Das Militär in dem südamerikanischen Land erschoss Augenzeugen und der Opposition zufolge mindestens zwei Personen. Anführer der örtlichen indigenen Gemeinschaft erklärten, sie hätten versucht, einen Militärkonvoi zu stoppen, der auf dem Weg zur Grenze zu Brasilien gewesen sei. 

Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich selbst zum Interimspräsidenten erklärt hatte, will trotz des Verbots durch Maduro Hilfslieferungen aus den Nachbarstaaten ins Land holen. Er besuchte ein Benefizkonzert seiner Anhängerinnen und Anhänger im kolumbianischen Grenzort Cúcuta. In der Nähe der Bühne traf er auf den kolumbianischen Staatschef Iván Duque. Guaidó wurde während seines Besuchs von zahlreichen Polizisten geschützt.

Zu dem Konzert in Cúcuta waren Zehntausende Anhängerinnen Guaidós gekommen. An der auf Initiative des britischen Milliardärs Richard Branson zustande gekommenen Veranstaltung Venezuela Aid Live nahmen Stars wie Alejandro Sanz und Miguel Bosé aus Spanien, Juanes aus Kolumbien und der durch den Hit Despacito bekannte Puertoricaner Luis Fonsi teil. Der Erlös soll der Bevölkerung in dem südamerikanischen Krisenstaat zugutekommen.