US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un werden sich Ende des Monats in Vietnam treffen. Der Gipfel sei für den 27. und 28. Februar geplant, sagte Trump während seiner Rede zur Lage der Nation. Das Weiße Haus hatte das Treffen bereits Mitte Januar angekündigt. Rund acht Monate nach dem historischen Gipfel in Singapur im Juni soll es um die Fortschritte Nordkoreas in Sachen nuklearer Abrüstung gehen.

Damals hatte sich Kim zwar zur "kompletten Denuklearisierung" seines Landes bereit erklärt. Er machte aber keine konkreten Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will. Offen blieb auch, wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten.

Laut einem Expertenbericht des UN-Sicherheitsrats ist das Nuklear- und Raketenprogramm Nordkoreas nach wie vor intakt. Demnach verletzt das Land zudem weiter UN-Sanktionen, etwa durch "eine massive Zunahme von illegalem Umladen von Erdölprodukten und Kohle zwischen Seeschiffen". Auch gegen ein Waffenembargo, ein Verbot von Luxusgütern sowie Strafmaßnahmen im Finanzsektor verstoße Pjöngjang nach wie vor, hieß es weiter.

Kim hat der Regierung in Washington wiederholt vorgeworfen, Nordkorea zu einer einseitigen Abrüstung zwingen zu wollen. Zuletzt verstärkte Pjöngjang seine Forderung nach einer Lockerung der internationalen Sanktionen. Dabei verwies das Land auch auf eigene Schritte zur Denuklearisierung, einschließlich eines Abbaus seines Atomtestgeländes und einer Testeinrichtung für Raketenantriebe.

Nordkorea hatte im Sommer zudem die sterblichen Überreste von US-Soldaten aus dem Koreakrieg (1950-1953) übergeben. Die USA und Südkorea setzten ihrerseits gemeinsame große Militärmanöver aus. Trump hat aber bisher deutlich gemacht, dass er vorerst an der Politik des maximalen Drucks auf Nordkorea festhalten wolle.

"Unsere Geiseln sind nach Hause gekommen, Nukleartests haben aufgehört und es hat 15 Monate lang keinen Raketenstart gegeben", sagte Trump. "Wenn ich nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre, wären wir meiner Meinung nach in einen großen Krieg mit Nordkorea verwickelt, mit potenziell Millionen getöteten Menschen." Es sei noch viel Arbeit zu tun, aber sein Verhältnis zu Kim sei gut.