ThailandsKönig Maha Vajiralongkorn hat sich gegen die Kandidatur seiner Schwester bei den bevorstehenden Parlamentswahlen ausgesprochen. Dass Prinzessin Ubolratana Ministerpräsidentin werden wolle, sei "unangemessen und verfassungswidrig", teilte der König in einer Erklärung mit. Die Monarchie stehe über der Politik.

Ein hochrangiges Mitglied der königlichen Familie in die Politik zu bringen, sei "gegen die königlichen Traditionen und die Kultur der Nation", heißt es in der Erklärung. Der König vermied dabei direkte Kritik an seiner Schwester, sondern richtete sich vor allem an jene, die sie in die Politik "gebracht" hätten.

Die Prinzessin Ubolratana hatte zuvor überraschenderweise ihre Kandidatur für die Partei Thai Raksa Chart bekannt gegeben. Damit stellte sie sich gegen Thailands Generäle, die seit einem Militärputsch 2014 an der Macht sind. Die Partei Thai Raksa Chart ist aus dem Umfeld der damals gestürzten Regierungschefin Yingluck Shinawatra entstanden.

Die Wahlbehörde muss nun innerhalb einer Woche entscheiden, welche Kandidatinnen und Kandidaten sie zur Wahl zulässt. Wenn es trotz der Kritik des Königs bei der Kandidatur bleibt, ist die Prinzessin direkte Konkurrentin des amtierenden Regierungschefs Prayut Chan-o-cha. Der General hatte sich eigentlich aus der Politik zurückziehen wollen. Nun gab er jedoch bekannt, dass er Premierminister bleiben will.

Prinzessin Ubolratana war ihr Titel wegen der Heirat mit einem US-Amerikaner 1972 offiziell aberkannt worden. Der Tradition nach sei sie aber immer noch ein Mitglied der königlichen Familie, teilte der König mit. Landesweit wird sie weiterhin Prinzessin genannt.

Die Parlamentswahl wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben. Seit einem Putsch 2014 wird Thailand von einer Militärregierung regiert.