Die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou ist nach Einschätzungen des Firmengründers politisch motiviert gewesen. Er weise das Vorgehen der USA zurück, sagte Ren Zhengfei der britischen BBC. "Diese Art eines politisch motivierten Aktes ist nicht akzeptabel". Das US-Justizministerium wies den Vorwurf zurück. Der Fall sei alleine durch Beweise und Gesetze begründet.

Meng wird von US-Ermittlern vorgeworfen, über ein inoffizielles Tochterunternehmen Geschäfte mit dem Iran gemacht und dadurch gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Auch soll sie Banken falsche Angaben gemacht haben. Ren Zhengfei bestreitet die Vorwürfe und sagte dem Sender: "Die USA kann uns nicht zerstören, wir sind viel zu fortgeschritten."

Meng unter Auflagen in Kanada freigelassen

Es war das erste Interview mit dem Firmenchef, seit seine 46 Jahre alte Tochter Meng Anfang Dezember vergangenen Jahres auf Betreiben von US-Behörden in Kanada festgenommen worden war. Ein Gericht ließ sie gegen Kaution und unter strengen Bedingungen frei. Meng musste zum Beispiel ihre Pässe abgeben, ein Ortungsgerät tragen und sich rund um die Uhr von einem Wachdienst beaufsichtigen lassen, für den sie selbst bezahlt. Sie darf sich auch nur in einem bestimmten Teil von Vancouver bewegen. Bei einer Auslieferung und Verurteilung würden ihr laut Anklage in den USA 30 Jahre Haft wegen "Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen" drohen.

Der US-Außenminister Mike Pompeo hatte in der vergangenen Woche alliierte Länder dazu aufgerufen, die Geräte von Huawei zu boykottieren. Unter anderem Neuseeland und Australien wollen ihre 5G-Breitbandnetze nicht mehr mit Huawei-Technik ausbauen. Der Huawei-Chef sagte dazu: "Wenn die Lichter im Westen ausgehen, wird der Osten scheinen", und ergänzte: "die Welt kann uns nicht entbehren, weil wir weiter fortgeschritten sind". Mit Blick auf die USA sagte er: "Amerika steht nicht für die Welt."