Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire fordert von der Bundesregierung eine Lockerung der Regeln bei Waffenexporten in Drittstaaten. "Es ist nutzlos, durch verbesserte Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland Waffen herzustellen, wenn man nicht in der Lage ist, sie zu exportieren", sagte Le Maire der Welt am Sonntag. "Wenn man wettbewerbsfähig und effizient sein will, müssen wir in der Lage sein, auch in Länder außerhalb Europas zu exportieren." Auch Frankreich habe sehr strenge Auflagen für Waffenausfuhren. Er hoffe, dass die beiden Länder gemeinsam eine Einigung finden könnten. 

Frankreich und Deutschland hatten jüngst vereinbart, noch enger bei der Entwicklung und Produktion von Waffen zusammenzuarbeiten. Der kürzlich geschlossene Vertrag von Aachen sieht beispielsweise einen "gemeinsamen Ansatz für Waffenexporte" vor. Deutschland müsse in dieser Hinsicht zu Kompromissen bereit sein, sagte Le Maire.

Frankreich und auch Großbritannien hatten die deutsche Rüstungsexportpolitik zuletzt kritisiert und gefordert, dass Deutschland europäische Gemeinschaftsprojekte wie den Eurofighter oder den Tornado von einem Exportstopp gegen Saudi-Arabien ausnehmen soll. Auch der deutsch-französische Luftfahrtkonzern Airbus fordert dies.

Deutschland hatte den Exportstopp für Saudi-Arabien nach der Ermordung des regimekritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi mutmaßlich durch saudi-arabische Kräfte verhängt. Nato-Partner wie Großbritannien und Frankreich schließen dagegen weiter Waffengeschäfte mit dem Königreich ab.