Der deutsche Staatsbürger Adnan Sütcü darf aus der Türkei ausreisen. Das habe die Staatsanwaltschaft der Stadt Konya entschieden, sagte sein Anwalt Abdülmenaf Kiran. Seine Ausreisesperre sei aufgehoben worden. Sieben Wochen lang saß Sütcü in der Türkei wegen Verdacht auf Propaganda für eine Terrororganisation fest.

Der 56-jährige Sütcü wird am Dienstag nach München zurückfliegen. "Ich bin froh, dass ich das Land endlich verlassen darf", sagte der Mitarbeiter der Münchner Stadtverwaltung. Ende Dezember war er zur Beerdigung seiner Mutter in die Türkei gereist. Auf dem Weg nach Ankara wurde er festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen. Ihm wird vorgeworfen, in mehreren Einträgen auf Facebook die Autonomie Kurdistans gefordert zu haben. Nach Angaben seines Anwalts ermittelten die türkischen Behörden bereits seit November gegen Sütcü.

In den vergangenen Monaten sind immer wieder Deutsche in der Türkei unter dem Verdacht der Terrorpropaganda festgenommen worden. Derzeit gibt es noch drei öffentlich bekannte Fälle von Deutschen, die wegen Terrorvorwürfen oder aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert sind. Mitte 2018 waren es noch sieben. Zuletzt ist der Kölner Adil Demirci am Donnerstag nach zehn Monaten aus der Untersuchungshaft freigekommen.

Die Festnahme mehrerer deutscher Staatsbürger und Staatsbürgerinnen hatte 2017 zu einer schweren Krise zwischen Deutschland und der Türkei geführt. Festgehalten wurden unter anderem der Welt-Reporter Deniz Yücel, der Menschenrechtler Peter Steudtner und die Journalistin Meşale Tolu. Alle drei sind inzwischen wieder in Deutschland.