Die EU will laut der Außenbeauftragten Federica Mogherini mit neuen Sanktionen gegen Russland auf die jüngste Eskalation im Ukraine-Konflikt reagieren. Sie könne bestätigen, dass es für "gezielte" Sanktionen gegen Einzelpersonen einen "politischen Konsens" gebe, sagte Mogherini nach einem Treffen der Außenminister der EU-Mitgliedsstaaten. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP zufolge sollen die Vermögen von acht Russen in der EU eingefroren und ihnen die Einreise verboten werden.

Die formelle Umsetzungsentscheidung soll nach juristischen Prüfungen vom EU-Ministerrat getroffen werden. Die Vorbereitungen dafür werden nach Angaben von Mogherini in den kommenden Tagen abgeschlossen. Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin hatte die EU-Staaten bereits im Dezember gebeten, zusätzliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen.

Auslöser der jüngsten Eskalation des Ukraine-Konflikts war eine Konfrontation im Schwarzen Meer. Die russische Küstenwache hatte Ende November drei ukrainische Marineboote gewaltsam an der Fahrt durch die Meerenge von Kertsch ins Asowsche Meer gehindert. Die Boote samt Besatzung wurden festgesetzt. Die Seeleute sind bis heute in U-Haft. Die EU-Staaten hatten bereits im Dezember deren sofortige Freilassung gefordert und erklärt, es gebe "keine Rechtfertigung für Russlands Einsatz von militärischer Gewalt".

Der Ukraine-Konflikt dauert mittlerweile knapp fünf Jahre an. Er war 2014 durch Russlands Unterstützung von Separatisten in der Ostukraine und die Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim ausgelöst worden.