US-Präsidentschaftswahl - Bernie Sanders will gegen Donald Trump antreten Bernie Sanders will sich erneut um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewerben. Bei den Vorwahlen 2016 musste er sich gegen Hillary Clinton geschlagen geben. © Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

Bernie Sanders will bei der kommenden US-Präsidentschaftswahl gegen Präsident Donald Trump antreten. Der Senator aus dem US-Staat Vermont kündigte in einem Interview mit dem Radiosender VPR an, in den Vorwahlkampf der Demokraten zu starten. Er versprach, eine staatliche Gesundheitsversorgung für alle ebenso wie den Mindestlohn von 15 US-Dollar umzusetzen. Für seine Kampagne wolle er eine Million Menschen gewinnen, die dazu bereit seien, in einer "Graswurzelbewegung" aufzustehen und zu kämpfen.

Der vor allem bei jungen Wählerinnen und Wählern beliebte 77 Jahre alte Politiker war im Kandidatenrennen der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2016 der früheren Außenministerin Hillary Clinton unterlegen. 

"Wir werden gewinnen", sagte Sanders nun dem Fernsehsender CBS News. Er werde eine Bewegung starten, die die Grundlage für "die Umwandlung des wirtschaftlichen und politischen Lebens dieses Landes legt". Erstes Ziel der Demokraten sei es, Trumps Wiederwahl zu verhindern: "Wir haben einen Präsidenten, der ein Rassist ist, der ein Sexist ist, der ein Fremdenfeind ist, der das tut, was bislang kein Präsident zu unseren Lebzeiten getan hat, und der versucht, uns zu spalten."

Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischer Sozialist". Er ist parteilos, im Senat gehört er der Fraktion der Demokraten an. Zu Beginn des Wahlkampfs 2016 galt er als Außenseiter, löste dann aber mit seinem Versprechen auf eine politische Revolution eine große Bewegung aus. Seine Wahlkampfveranstaltungen glichen Festivals.

Die Begeisterung schlug sich auch in Wählerstimmen nieder. Seiner Konkurrentin Clinton setzte Sanders sehr zu. Sie gewann bei den Demokraten 34 der 56 Vorwahlen, er 22. Auch als die Ex-Außenministerin sich die für die Nominierung notwendige Zahl von Delegierten gesichert hatte, weigerte Sanders sich, aufzugeben, und übte inhaltlichen Druck aus.

Clinton und die Partei machten ihm schließlich Zugeständnisse im Wahlprogramm. Sie setzten sich für einen Mindestlohn von 15 US-Dollar ein und verlangten, dass die Bundesstaaten gesetzliche Krankenversicherungen anbieten dürfen.

Ein revolutionär neuer Politikansatz

Wenn US-Medien heute eine "Rückkehr des Demokratischen Sozialismus" erkennen, führen sie das direkt auf Sanders zurück. Tatsächlich scheint in den USA ein roter Geist zu erwachen: Sanders' Anhängerinnen und Anhänger finden sich in den Parlamenten, in politischen Bürgerbewegungen, im Journalismus und in der Popkultur. Allen ist gemeinsam, dass sie dem Bekenntnis einer neoliberalen Marktwirtschaft eine Alternative entgegensetzen. 

Als Star der Linken in der Demokratischen Partei gilt derzeit Alexandria Ocasio-Cortez, die seit sechs Wochen im US-Kongress sitzt. Die 29-Jährige fordert eine staatliche Gesundheitsversorgung für alle, Großbanken sollen zerschlagen und eine Jobgarantie für alle US-Amerikaner eingeführt werden. Für amerikanische Verhältnisse ist das ein revolutionär neuer Politikansatz.

Zur kommenden Präsidentschaftswahl bringen sich bei den Demokraten viele jüngere und weibliche Kandidaten in Stellung, darunter die Senatorinnen Kamala Harris, Elizabeth Warren, Amy Klobuchar und Kirsten Gillibrand. Auch der ehemalige Vizepräsident Joe Biden gilt als möglicher Trump-Herausforderer.