Venezuelas selbst ernannter Übergangspräsident Juan Guaidó hat seine Anhängerinnen und Anhänger aufgefordert, am Dienstag für den Zugang zu internationalen Hilfsgütern zu demonstrieren. "Lasst uns zu einer großen Mobilisierung auf die Straßen gehen", sagte Guaidó vor den Protesten in Caracas. "Heute ist die Hoffnungslosigkeit unser schlimmster Feind. Ermüdung kommt nicht infrage." Seit Ende Januar mobilisieren Präsident Nicolás Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó im Kampf um die Macht Zehntausende zu Protestmärschen und Kundgebungen.

"Wir haben sehr klar mit den Streitkräften gesprochen, dass sie sich auf die Seite der Verfassung stellen, dass sie Hilfe hereinlassen, dass sie das Volk nicht unterdrücken", sagte Guaidó. Nach seinen Angaben haben sich inzwischen 120.000 Freiwillige gemeldet, die bei einer Verteilung von Hilfslieferungen mitwirken würden.

In Venezuela herrscht eine Wirtschafts- und Versorgungskrise. Es fehlt an vielen Dingen des täglichen Bedarfs sowie an Lebensmitteln und Medikamenten. Eine Hilfslieferung aus den USA war in den vergangenen Tagen behindert worden: Maduro ließ von den venezolanischen Streitkräften eine Brücke an der Grenze zu Kolumbien blockieren, über die nach amerikanischen Angaben etwa 100 Tonnen Versorgungsgüter gebracht werden sollten.

Venezuela - Opposition ruft zu Massenprotesten auf Oppositionsführer Juan Guaidó hat dazu aufgerufen, für den Zugang zu internationalen Hilfsgütern zu demonstrieren. Präsident Nicolás Maduro blockiert deren Einfuhr. © Foto: JUAN BARRETO/AFP/Getty Images

Nicolás Maduro lehnt Hilfslieferungen ab. Der linksnationalistische Staatschef bezeichnet sie als Vorwand, um den Boden für eine von den USA angeführte Militärinvasion zu bereiten. Für die Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Medikamenten macht er die Strafmaßnahmen der USA gegen sein Land verantwortlich.

In Venezuela herrscht seit Wochen ein Machtkampf zwischen dem aktuellen Staatschef Maduro und Juan Guaidó, der sich im Januar zum Übergangspräsidenten ausgerufen hatte. Mittlerweile haben sich mehr als 40 Länder hinter Guaidó gestellt, unter ihnen die USA, Deutschland und weitere EU-Staaten sowie mehrere südamerikanische Länder. Maduro kann sich bisher auf die Unterstützung des venezolanischen Militärs verlassen.