Venezuela hat den Seeweg zu den niederländischen Karibikinseln Curaçao, Aruba und Bonaire geschlossen. Sie dürften ab sofort und auf unbestimmte Zeit nicht mehr angesteuert werden, teilte der Direktor des Zivilschutzes im venezolanischen Bundesstaat Falcón, Gregorio José Montano, mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte, unter anderem von der Tageszeitung El Universal. Betroffen sind demnach kommerzielle Schiffe sowie Fischerboote.

Die Inselgruppe, die Teil der niederländischen Antillen ist, liegt nur 65 Kilometer von Venezuela entfernt. Zuletzt war Curaçao als Drehscheibe eventueller humanitärer Hilfslieferungen im Gespräch, die der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó ins Land lassen will – gegen den Willen des amtierenden Staatschefs Nicolás Maduro. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen haben sich rund 15.000 Menschen aus Venezuela auf die Karibikinsel geflüchtet. 

In Venezuela, dem Land mit den größten Erdölreserven der Welt, kämpft die Opposition seit Wochen mit der sozialistischen Regierung um die Macht. Parlamentschef Guaidó hatte sich Mitte Januar zum Interimspräsidenten erklärt und fordert Maduro damit offen heraus. Zahlreiche Staaten, darunter die USA und Deutschland, haben ihn als rechtmäßigen Übergangsstaatschef anerkannt. Maduro wird unter anderem von Russland, China, Kuba, Nicaragua und der Türkei unterstützt.

Militär stützt Maduro angeblich weiterhin

Entscheidend in dem Machtkampf ist die Unterstützung des Militärs. Guaidó appelliert immer wieder an die Streitkräfte, die Grenzen zu öffnen und Hilfslieferungen für die Bevölkerung durchzulassen. Soldaten, die Maduro den Befehl verweigern, hat das von der Opposition kontrollierte Parlament Straffreiheit zugesagt.

Vor allem an der Grenze zu Kolumbien stehen seit Wochen zahlreiche Lastwagen mit Hilfsgütern bereit. Das venezolanische Militär lässt sie auf Geheiß Maduros allerdings nicht ins Land. Maduro hält die humanitäre Hilfe für einen Vorwand für eine von den USA geführte militärische Intervention. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump Venezuelas Armee erneut dazu aufgefordert, die Blockade der Hilfsgüter zu beenden. Er drohte dem Militär, es werde alles verlieren, wenn es Maduro weiter unterstütze.

Laut Verteidigungsminister Vladimir Padrino López stehen die Streitkräfte aber uneingeschränkt hinter Maduro. Das Militär habe nur einen Präsidenten, zitierte die Tageszeitung El Nacional den Minister. Es werde weder eine Marionettenregierung noch Befehle irgendeiner ausländischen Regierung oder Macht akzeptieren, soll Padrino López in einer Rede gesagt haben. Demnach fügte er hinzu: "Nur über unsere Leichen." Zu den blockierten Hilfslieferungen aus benachbarten Ländern sagte der Minister, das Militär sei wachsam, damit die Grenze nicht verletzt werde.