Der deutsche Journalist und rechte Aktivist Billy Six ist nach vier Monaten aus venezolanischer Haft freigekommen. Six sei am Freitag freigelassen worden, müsse sich aber alle zwei Wochen bei der Justiz melden und dürfe über seinen Fall nicht in Medien sprechen, teilte Espacio Público auf Twitter mit. "Wir fordern seine vollständige Freiheit", schrieb die Organisation, die sich für die Pressefreiheit einsetzt. Auch der Journalistenverband Sindicato Nacional de Trabajadores de la Prensa (SNTP) bestätigte die Freilassung.

Der 32-jährige freie Mitarbeiter der rechtskonservativen Publikationen Junge Freiheit und Deutschland-Magazin war am 17. November inhaftiert worden. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG) wurde ihm Spionage, Rebellion und das Verletzen von Sicherheitszonen vorgeworfen. Espacio Público berichtete, er solle Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro fotografiert haben und dabei "sehr nah" an ihn herangegangen sein.

Six war in dem Geheimdienstgefängnis El Helicoide in Caracas inhaftiert. Er klagte mehrfach über die harten Haftbedingungen und trat zeitweise in Hungerstreik. Zudem seien ihm die Ergebnisse medizinischer Tests vorenthalten worden, die nach seiner Erkrankung am Denguefieber im Oktober gemacht worden seien.

Die Eltern des Journalisten hatten der Bundesregierung zuletzt mehrfach vorgeworfen, sie setze sich zu wenig für die Freilassung ihres Sohnes ein. Die AfD machte die politische Einstellung von Six dafür verantwortlich. Das Auswärtige Amt wies die Vorwürfe zurück und erklärte nun: "Wir sind erleichtert, dass Billy Six heute Nacht in Anwesenheit der deutschen Geschäftsträgerin in Venezuela freigesetzt wurde." Die Deutsche Botschaft betreue ihn weiterhin "intensiv" konsularisch, obzwar sie wegen der Lage im Land geschlossen ist.

In Venezuela herrscht derzeit eine akute Staatskrise, in der sich der umstrittene linksgerichtete Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó gegenüberstehen.