London - Hunderttausende protestieren gegen Brexit In London haben Hunderttausende für den Verbleib Großbritanniens in der EU demonstriert. Sie fordern ein zweites Referendum über den endgültigen Brexit-Deal. © Foto: Kirsty Wigglesworth/dpa

Mehrere Hunderttausend Menschen haben in London gegen den Brexit demonstriert. Sie forderten ein Referendum, bei dem die Bürgerinnen und Bürger über den endgültigen Brexit-Deal abstimmen dürfen. Die Veranstalter sprachen sogar von mehr als einer Million Teilnehmenden und von einem der größten Proteste in der Geschichte Großbritanniens.

Die Menschen waren aus allen Teilen Großbritanniens nach London angereist. Viele trugen blau-gelbe Europafahnen und waren auch in diesen Farben gekleidet. Andere trugen britische Flaggen. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan beteiligte sich an dem Protestzug. "Ich marschiere gemeinsam mit Menschen aus jedem Winkel unseres Landes", schrieb Khan auf Twitter.

Die Briten hatten im Juni 2016 mit knapper Mehrheit den Austritt aus der Europäischen Union beschlossen. Seitdem gab es mehrere Versuche, einen geordneten Austritt mit der EU auszuhandeln. Zwei Brexit-Abkommen, die die Regierungschefin Theresa May ausgehandelt hatte, waren jedoch im Parlament gescheitert. Wann und wie Großbritannien nun tatsächlich austritt, ist unklar.

Erneute Abstimmung kommende Woche

Offizieller Stichtag ist eigentlich der 29. März 2019. Die EU und May hatten sich in der Nacht zum Freitag jedoch auf eine Verschiebung des EU-Austritts bis mindestens 12. April geeinigt.

Kommende Woche könnte das Unterhaus erneut über das zuvor abgelehnte Abkommen abstimmen. Falls es in diesem Anlauf angenommen würde, soll der Brexit am 22. Mai über die Bühne gehen. Britische Medien erwarten jedoch nicht, dass der Deal dieses Mal angenommen wird.

Nach Angaben der britischen Wahlkommission wären für ein von einigen favorisiertes zweites Brexit-Referendum mindestens vier, eher sechs Monate an Vorbereitungen notwendig.