Zu Dittmans Aufgaben gehört es auch, verunsicherte Britinnen und Briten in Deutschland zu beruhigen. © Dominik Butzmann für DIE ZEIT

Deshalb ist der Diplomat auch gefragt, wenn sich die Abgeordneten des Bundestags über den letzten Brexit-Stand informieren wollen. Wenn Wirtschaftsvertreter ihre Sorgen vortragen. Dittmann spricht auch in der britischen Botschaft vor in Deutschland lebenden Briten, die wissen wollen: Kann ich hierbleiben? Was wird aus meiner Arbeitsgenehmigung und Rentenversicherung? Dittmann beruhigt, genau daran arbeite man.

Was ist, wenn es zu einem No-Deal-Brexit kommt? Axel Dittmann und die Beamten in Brüssel und den Ministerien planen für diesen Fall vor. Die Rechte der EU-Bürgerinnen und -Bürger in Großbritannien und die der Britinnen und Briten in der EU sollen erhalten bleiben. Auf EU-Ebene ist bereits geklärt, dass die Flugzeuge von der Insel in die EU und umgekehrt wie bisher weiterfliegen können. Der deutsche Zoll hat 900 zusätzliche Stellen eingerichtet. Die Zöllner werden derzeit ausgebildet, um den Warenverkehr zwischen der Insel und Deutschland abzufertigen, wenn Großbritannien aus der Zollunion austritt.

Dittmanns Familie ist auch persönlich betroffen

Niemand aber kann für jede Situation vorplanen. Ein No-Deal-Brexit ist wie eine Tür, hinter der sich eine unbekannte Welt auftut. Die Details sind schwer überschaubar. Vieles würde dann in der jeweiligen Situation spontan geregelt werden müssen.

Der Austritt Großbritanniens "wird ein großer Verlust sein", sagt Axel Dittmann. Für Europa und für ihn. "Ich habe mit den britischen Kollegen immer großartig zusammengearbeitet." Doch wie schmerzlich der Brexit auch sei, um die Zukunft der EU müsse den Europäerinnen und Europäern nicht bange sein. Die EU habe in dieser Krise fest zusammengehalten, "sie bleibt ein starker Verbund." Dafür arbeitet er.

So und anders hat er auch schon die Verwandten seiner Ehefrau beruhigt. Ihr Bruder lebt in Schottland. Wenn der Brexit kommt, wird auch Dittmanns Familie mit den Folgen leben müssen.