Die von Ägypten vermittelte und von der Hamas einseitig verkündete Waffenruhe im Gaza-Streifen hält nicht an. Die israelische Luftwaffe hat am Dienstagabend erneut Ziele der Hamas im Palästinensergebiet attackiert. Nach Angaben der israelischen Armee hatten militante Palästinenser zuvor erneut auf Israels Grenzgebiet geschossen.

Israelischen Medienberichten zufolge hatten militante Palästinenser außerdem trotz einer am Vorabend verkündeten Waffenruhe erneut Ballons mit Sprengsätzen nach Israel geschickt. Israel will Armeeangaben zufolge deshalb weitere Truppen an den Rand des Palästinensergebiets schicken. Generalstabschef Aviv Kochavi habe beschlossen, eine Infanterie-Brigade sowie ein Artillerie-Bataillon in den Süden Israels zu verlegen. Diese Entscheidung sei Ergebnis einer Beratung mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Netanjahu hatte zuvor weitere Militäraktionen gegen die Hamas angedroht. Auch der israelische UN-Botschafter Danny Danon hatte die Anführer der radikalislamischen Hamas vor weiteren Angriffen gegen Israel gewarnt. Sollten die Angriffe weitergehen, würden sie es mit der Macht des israelischen Militärs zu tun bekommen und "in den Tunneln von Gaza begraben" werden, sagte Danon im UN-Sicherheitsrat.

Gegenseitige Terrorvorwürfe

Der Konflikt war wieder aufgekocht, nachdem am Montag eine Rakete aus dem Gazastreifen ein Wohnhaus in Israel traf. Danon nannte den Angriff ein "abscheuliches Verbrechen gehen Israel" und einen "direkten Terrorakt gegen unser Volk". Bei dem Angriff wurden sieben Menschen verletzt. Israel reagierte mit Vergeltungsangriffen. 

Der palästinensische UN-Botschafter Rijad Mansur sagte, die Lage im Gazastreifen sei "Teil der seit Langem bestehenden Kampagne der Gewalt und des Terrors, die von Israel gegen unser Volk geführt wird". Er betonte außerdem: "Die palästinensische Führung hat wiederholt und eindeutig Akte der Gewalt gegen Zivilisten, darunter Terrorakte, verurteilt."

Die Hamas verkündete am Montagabend einseitig eine Waffenruhe, die von Ägypten vermittelt wurde. Israel bestätigte diese Feuerpause jedoch nicht. Noch in derselben Nacht wurde die Waffenruhe von beiden Seiten gebrochen. Erst am Dienstag schien sie tagsüber für wenige Stunden zu halten, bis sie am Dienstagabend wieder gebrochen wurde.

Wegen der neuen Eskalationen hatte Israels Regierungschef Netanjahu seine USA-Reise verkürzt. Er landete am Dienstagmittag in Israel.