Die israelischen Behörden haben die beiden Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder geöffnet. Eres und Kerem Schalom sind erneut passierbar. Das bestätigten Israel und die Hamas. Die Übergänge waren am vergangenen Montag geschlossen worden, nachdem ein Haus nordöstlich von Tel Aviv bei einem Raketenangriff der Palästinenser direkt getroffen worden war. Dass sie nun wieder geöffnet werden, könnte bedeuten, dass Verhandlungen über eine Waffenruhe vorankommen.

Dennoch bleibt die Lage angespannt, und die Feindseligkeiten an der Grenze gehen weiter. In der Nacht hatten militante Palästinenser Raketen auf Israel gefeuert. Das israelische Militär antwortete mit Panzerfeuer. Seit Freitag sind bei den Konfrontationen vier Palästinenser getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Ägypten bemüht sich seit Längerem um eine Waffenruhe.

Hintergrund sind die Massenproteste gegen eine israelisch-ägyptische Blockade des Küstenstreifens, die vor genau einem Jahr an der Grenze zwischen Israel und Gaza begann. Auch zum Jahrestag wurde wieder demonstriert – israelischen Medienberichten zufolge allerdings relativ zurückhaltend. Im Gegenzug habe Israel einer Wiederöffnung der Übergänge zugestimmt. 

Binnen eines Jahres wurden bei den Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 270 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet und Tausende verletzt. Ein israelischer Soldat wurde erschossen. Organisiert werden die Proteste von der in Gaza herrschenden radikalislamischen Hamas.