Zunächst wollte das britische Unterhaus nur darüber abstimmen, ob es Ende März zum regulären Austrittstermin mit oder ohne Abkommen aus der EU scheiden sollte. Dann wurde ein Antrag angenommen, wonach darüber abgestimmt werden soll, einen No-Deal-Brexit definitiv, also nicht nur im März, auszuschließen. Mit knapper Mehrheit von 312 zu 308 Stimmen, votierte das Unterhaus dafür.

Die Abstimmung ist zwar nicht bindend für die Regierung – wird aber als wichtiges Signal gesehen.

Die konservative Abgeordnete Caroline Spelman hatte vorgeschlagen, die Vorlage der Regierung zu ersetzen und stattdessen einen No-Deal-Brexit in jedem Fall abzulehnen. Beschlossen werden soll, "dass das Unterhaus einen Austritt des Vereinigten Königreichs ohne Austrittsabkommen und ohne einen Rahmen für die künftigen Beziehungen zurückweist".

Um diesen Änderungsantrag gab es im Lauf der Debatte am Abend Verwirrung: Spelman wollte ihren Antrag zurückziehen – was ihr der Parlamentspräsident allerdings untersagte, da bereits darüber debattiert werde. Schließlich wurde auf Druck von Labour doch über den Antrag abgestimmt.

Ein zweiter Zusatz wurde von den Parlamentariern mit deutlicher Mehrheit abgelehnt: Der Antrag, der von einer Koalition aus Brexit-Hardlinern und EU-freundlichen Tory-Abgeordneten stammt, hätte eine Verschiebung des EU-Austritts um knapp zwei Monate bis zum 22. Mai zu vorgesehen – also bis einen Tag vor Beginn der Europawahl (23. bis 26. Mai).

Danach hätte eine Übergangsphase bis Ende 2021 ausgehandelt werden sollen. Mehrfach hatte die EU eine solche Übergangsphase allerdings abgelehnt.