Bei Mörserbeschuss aus Pakistan ist nach indischen Armeeangaben ein indischer Soldat in Kaschmir getötet worden. Drei weitere seien schwer verletzt worden, als die pakistanischen Streitkräfte über die De-facto-Grenze zwischen den beiden Ländern im umkämpften Kaschmir geschossen hätten. Indien habe das Feuer erwidert, es habe einen zweistündigen Schusswechsel gegeben.

Scharmützel kommen entlang der sogenannten Kontrolllinie zwischen den von Indien und Pakistan beherrschten Teilen Kaschmirs immer wieder vor. In den vergangenen Wochen hatte sich der Konflikt der verfeindeten Nachbarstaaten verschärft.

Mitte Februar waren bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe im indischen Teil Kaschmirs 40 indische Sicherheitskräfte getötet worden. Die aus Pakistan stammende Terrorgruppe Jaish-e-Mohammad reklamierte die Tat für sich. Elf Tage später flog Indien zum ersten Mal seit 1971 einen Luftangriff auf pakistanischem Gebiet. Pakistan schoss daraufhin mindestens einen indischen Kampfjet ab und setzte einen Piloten fest. Nach seiner Freilassung am 1. März hatte sich die Lage etwas entspannt.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide Länder Kaschmir für sich. Beide kontrollieren einen Teil der Himalayaregion und haben bereits zwei Kriege um die Region geführt. Ein Konflikt zwischen Indien und Pakistan gilt als besonders kritisch, da beide Länder Atommächte sind.