Die iranische Menschenrechtlerin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotudeh ist in Teheran zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Wie die Nachrichtenagentur Isna den zuständigen Richter zitiert, wurde die 55-Jährige "vom Revolutionsgericht wegen staatsfeindlicher Propaganda mit fünf und wegen Beleidigung des obersten Führers Ali Chamenei mit zwei Jahren Haft" belegt.

Sotudeh sitzt seit ihrer Verhaftung im vergangenen Juni im berüchtigten Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Neben staatsfeindlicher Propaganda und Beleidigung des Führers wurde ihr auch Spionage unterstellt.

Die Aktivistin hatte alle Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen und erkennt auch das Urteil des Revolutionsgerichts nicht an. Sie hatte es ebenfalls abgelehnt, eine Kaution von umgerechnet 125.000 Euro bis zu ihrem Gerichtstermin zu hinterlegen. Zudem protestiert sie mit einem Hungerstreik gegen das Urteil und ihre Behandlung im Gefängnis. Ihr Fall wird nun von einem Berufungsgericht erneut verhandelt.

Sotudeh gehört zu den renommiertesten Menschenrechtsaktivisten im Iran. Sie arbeitete hauptsächlich als Anwältin für Dissidenten. Zudem hatte Sotudeh die Verteidigung junger Frauen übernommen, die gegen das Kopftuchverbot protestiert hatten und in Haft gekommen waren.

Ehemann der Aktivistin ebenfalls in Haft

Die Sacharow-Preisträgerin – der Preis wurde ihr 2012 vom EU-Parlament für ihr besonderes Engagement verliehen – war bereits 2010 wegen angeblicher Propaganda gegen das von islamischen Geistlichen beherrschte Establishment zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Wahl Hassan Ruhanis zum Präsidenten wurde die Regimekritikerin im September 2013 vorzeitig aus der Haft entlassen.

Zuletzt wurde ihr Mann Resa Chandan von einem Revolutionsgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Laut dem Richterspruch darf er zudem das Land zwei Jahre nicht verlassen, nicht Mitglied einer politischen Partei werden, keine journalistische Tätigkeit ausüben und auch nicht in sozialen Medien aktiv sein. Auch Chandan hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt.