Neuseeland - Verbot halbautomatischer Waffen tritt sofort in Kraft Nach dem Anschlag von Christchurch werden Sturmgewehre und halbautomatische Waffen verboten. Zudem startet die Regierung ein Rückkaufprogramm. © Foto: Jorge Silva/Reuters

Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch hat Neuseeland alle Sturmgewehre, leistungsstarke Magazine und halbautomatische Gewehre verboten. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte an, dass auch spezielle Zurüstteile, mit denen Gewehre zu militärischen Waffen aufgerüstet werden können, unter das Verbot fallen."Es wird jede Art von halb automatischen Waffen, die bei dem Terroranschlag am vergangenen Freitag benutzt wurde, in diesem Land verboten", sagte Ardern. 

Wie Ardern betonte, tritt das Verbot sofort in Kraft. Über ein entsprechendes Gesetz soll das Parlament bis zum 11. April abstimmen. Bis dahin sollen laut der Premierministerin Übergangsmaßnahmen gelten. Ardern legte zudem ein Rückkaufprogramm für die verbotenen Gewehre auf. Dies könnte bis zu 200 Millionen neuseeländische Dollar (120 Millionen Euro) kosten.

In Neuseeland sind schätzungsweise mehr als 1,2 Millionen Schusswaffen im Umlauf. Wie viele davon halb automatische Waffen sind, ist nicht bekannt.

Ein Rechtsextremist aus Australien hatte am vergangenen Freitag 50 Menschen erschossen und viele weitere verletzt. Der festgenommene Verdächtige habe seine Waffen auf legale Art erworben und deren Leistung durch 30-Schuss-Magazine erhöht, sagte Ardern, "durch einen einfachen Onlinekauf". Die Premierministerin hatte gleich nach der Tat eine Verschärfung der Waffengesetze angekündigt.

Am Mittwoch waren die ersten Opfer des Terroranschlags beerdigt worden. Nach Angaben der Polizei sind inzwischen alle 50 Todesopfer identifiziert. Eine Woche nach der Tat will Neuseeland am Freitag zwei Schweigeminuten einlegen. Zur Tatzeit soll das ganze Land stillstehen. Ardern kündigte auch an, dass es später eine nationale Trauerfeier geben soll.