Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat eine Forderung der Opposition nach Neuwahlen noch in diesem Jahr zurückgewiesen. Die nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen seien im Jahr 2021 vorgesehen, teilte die Regierung am Samstag nach acht Tage langen Gesprächen mit Oppositionsvertretern über ein Ende der politischen Krise in dem mittelamerikanischen Land mit. Die Regierung stellte aber Reformen und die Freilassung einiger politischer Gefangener in Aussicht.

Nicaragua wird seit vergangenem April von einer tiefen Krise erschüttert. Bei der Niederschlagung von Protesten gegen den autoritären Regierungsstil von Präsident Ortega wurden seither nach Angaben von Menschenrechtsgruppen 325 Menschen getötet. Mehr als 700 Menschen wurden festgenommen. Tausende flohen ins Ausland; unter anderem versuchten sie, die USA zu erreichen.

Regierung und Opposition starteten Ende Februar einen Dialog, um einen Weg aus der Krise zu finden. Die Staatsführung machte jedoch bisher kaum konkrete Vorschläge; bei der Opposition weckte das Zweifel daran, ob sie überhaupt ein Interesse an einem Ende der Krise hat.

Nun bot die Regierung an, politische Gefangene noch vor ihrem Prozess freizulassen und Fälle von bereits Verurteilten neu aufzurollen.