Die USA und Südkorea haben beschlossen, von Nordkorea scharf kritisierte gemeinsame Militärübungen einzustellen. Die größte der jährlichen Militärübungen, das Feldmanöver Foal Eagle, werde ebenso beendet wie die Kommandoschulung Key Resolve, teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstagabend mit. Zuvor hatte Pentagon-Chef Patrick Shanahan mit dem südkoreanischen Verteidigungsminister Jeong Kyeong Doo telefoniert. Bei ihrem Gespräch ging es den Angaben zufolge um Schlüsse aus dem zweiten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi.

Sicherheitsrisiken bestünden aber nach wie vor; daher werden die Streitkräfte von Südkorea und den USA weiterhin eng kooperieren und handlungsbereit bleiben, hieß es weiter. Das Ende der Manöver sei ein Teil der diplomatischen Bemühungen zu einer vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap mit.

Die USA und Südkorea hielten in den vergangenen Jahren regelmäßig Militärübungen ab, um ihre Bereitschaft für einen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu testen. Diese Frühjahrsmanöver lösten immer wieder heftige Proteste der kommunistischen Führung Nordkoreas aus, die den USA Angriffsvorbereitungen unterstellte. Die Regierungen in Washington und Seoul haben dies stets bestritten.

Atomare Abrüstung - Keine Einigung beim Nordkorea-Gipfel Kim Jong Un und Donald Trump haben sich nicht auf ein Abkommen zur Denuklearisierung Nordkoreas verständigt. »Manchmal muss man einfach aufstehen und gehen«, sagte Trump. © Foto: Andrew Harnik/dpa

Der mit Spannung erwartete Gipfel zwischen Trump und Kim endete am Donnerstag überraschend ohne Abschlusserklärung. Beide Seiten kamen sich in der zentralen Frage des Abbaus des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals nicht näher und widersprachen sich später bei der Begründung. Trump sagte, Nordkorea habe die Aufhebung aller Sanktionen verlangt und die geplanten Abrüstungsschritte seien nicht weit genug gegangen. Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho erwiderte, sein Land habe nur eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gefordert.