Identitäre Bewegung - Österreichische Regierung prüft Verbot von rechtsextremer Vereinigung Der Attentäter von Christchurch hat die sogenannte Identitäre Bewegung mit Spenden unterstützt. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz fordert eine Aufklärung der Geldflüsse. © Foto: Hans Punz/APA/dpa

Die Regierung in Wien prüft die Auflösung der Identitären Bewegung in Österreich. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an. Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit einer Spende des mutmaßlichen Attentäters von Christchurch an die rechte Organisation. Es gebe "keine Toleranz für gefährliche Ideologien, ganz gleich, aus welcher Ecke sie kommen", sagte Kurz. Egal welche Art von Extremismus, "sowas darf keinen Platz in unserem Land und in unserer Gesellschaft haben". Es sei Aufklärung nötig, ob es "Machenschaften im Hintergrund" gegeben habe.

Der mutmaßliche Terrorist von Christchurch, ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien, hatte den Identitären in Österreich nach Erkenntnissen der Behörden Anfang 2018 eine Spende von 1.500 Euro überwiesen. In diesem Zusammenhang war am Dienstag die Wohnung des Sprechers der Bewegung, Martin Sellner, durchsucht worden. Es bestehe der Verdacht der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, sagte ein Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft. "Wir müssen herausfinden, ob es eine Verbindung gab und wenn ja, ob sie strafrechtlich bedeutsam ist."

Sellner wies die Vorwürfe zurück. Das Geld des Attentäters werde er einer Wohltätigkeitsorganisation spenden, sagte er in einem auf YouTube veröffentlichten Video.

Die Identitären wenden sich unter anderem gegen eine angebliche "unkontrollierte Massenzuwanderung". Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland während der Freitagsgebete waren am 15. März 50 Menschen getötet und viele verletzt worden.