Treffen mit Jair Bolsonaro - Donald Trump offen für Nato-Mitgliedschaft Brasiliens US-Präsident Donald Trump will sich einen möglichen Nato-Beitritt Brasiliens "sehr genau anschauen". Die Beziehungen zwischen den Regierungen seien selten so gut gewesen. © Foto: Brendan Smialowski/AFP

US-Präsident Donald Trump hält einen Beitritt Brasiliens zur Nato für möglich. Er beabsichtige, das südamerikanische Land als wichtigen Nicht-Nato-Verbündeten einzustufen, sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im Rosengarten des Weißen Hauses. Möglicherweise sei auch ein Nato-Beitritt denkbar. Dazu seien jedoch noch viele Gespräche notwendig.

Brasilien strebt an, als Nicht-Nato-Verbündeter leichter US-Waffen kaufen zu können und Hindernisse für eine militärische Zusammenarbeit und andere Kooperationen abzubauen.

"Brasilien und die Vereinigten Staaten waren sich nie näher, als wir es jetzt sind", sagte Trump. Bolsonaro und er teilten viele Ansichten. Zunächst lobte er Brasiliens Bemühen, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beizutreten.

Bolsonaro sagte, gemeinsam mit Trump auf gleiche Interessen hinarbeiten zu wollen. Der US-Präsident wolle ein "großartiges Amerika", und er wolle ein "großartiges Brasilien". Der Rechtspopulist, der auch oft als "Tropen-Trump" bezeichnet wird, trat sein Amt im Januar an. Im Wahlkampf hatte er Trumps "America first"-Slogan mit der Parole übernommen, brasilianische Interessen sollten stets zuerst kommen. In der Vergangenheit hat er zudem schwulenfeindliche, rassistische und sexistische Kommentare geäußert.

Mit Blick auf Bolsonaros Wahlkampf sagte Trump, er fühle sich angesichts der Vergleiche mit seinem eigenen Wahlsieg 2016 "geehrt". Bolsonaro habe eine unglaubliche Kampagne geleitet und einen ausgezeichneten Job gemacht.