Ukraine - Wolodymyr Selenskyj liegt bei Präsidentenwahl vorn Der Komiker und Politikeinsteiger zieht als Favorit in die Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine ein. Dabei tritt er gegen Amtsinhaber Petro Poroschenko an. © Foto: Valentyn Ogirenko/Reuters

In der Präsidentschaftswahl in der Ukraine ist der Komiker und Politikeinsteiger Wolodymyr Selenskyj Prognosen zufolge als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervorgegangen. Er trete in der zweiten Runde gegen den amtierenden Staatschef Petro Poroschenko an, teilte ein Zusammenschluss aus drei Meinungsforschungsinstituten mit. Den Nachwahlbefragungen zufolge kam Selenskyj auf mehr als 30 Prozent der Stimmen und Poroschenko auf 17,8 Prozent.

"Das ist nur der erste Schritt zum großen Erfolg", sagte Selenskyj nach Schließung der Wahllokale. Es gebe viele Prognosen – "aber überall nur einen Sieger." Mit einer absoluten Mehrheit hätte Selenskyj die Wahl direkt für sich entscheiden können. Die Stichwahl ist voraussichtlich am 21. April. Selenskyj und Poroschenko stehen beide für eine klare Westorientierung der Ukraine.   

Selenskyj spielt in der Fernsehserie Diener des Volkes einen Lehrer, der unverhofft zum Präsidenten wird. In seiner Rolle prangert er etwa Korruption an. Kritiker werfen dem 41-Jährigen fehlende politische Erfahrung vor. Der Komiker, der vor allem bei jungen Wählerinnen und Wählern beliebt ist, hatte in einem Interview gesagt, er lerne bereits für seine mögliche neue Aufgabe: "Schließlich will ich nicht wie ein Idiot aussehen."

Julija Tymoschenko auf drittem Platz

Der 53-jährige Poroschenko regiert die Ukraine seit den Maidan-Protesten im Jahr 2014. Nach dem Sturz seines kremltreuen Vorgängers Viktor Janukowitsch versprach er, die Ukraine stärker am Westen auszurichten, gegen Korruption vorzugehen und den bewaffneten Konflikt im Osten zu beenden. Der Konflikt schwelt jedoch weiter, die Korruption ist allgegenwärtig.

Die frühere Regierungschefin Julija Tymoschenko ist laut Prognosen mit 14,2 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz gelandet. Die rund 30 Millionen Wahlberechtigten konnten unter 39 Kandidaten wählen. So viele Bewerber gab es noch nie bei einer Abstimmung über den mächtigsten Posten in dem Land. Der Wahlsonntag verlief weitgehend ruhig. Vereinzelt gab es Vorwürfe der Manipulation.