Weite Teile von Venezuela mussten am Donnerstag ohne Strom auskommen. Medienberichten zufolge sei nahezu das ganze Land betroffen. Der Vorfall habe sich in einer Zeit ereignet, als viele Menschen auf dem Weg von der Arbeit nach Hause fuhren.

In der Hauptstadt Caracas entstand den Informationen nach in der Folge ein Verkehrschaos, da die U-Bahn und zahlreiche Ampeln ausfielen. Pendler setzten ihren Heimweg zu Fuß fort. Probleme gab es auch am Hauptstadtflughafen Simón Bolívar. Die Bewohner der Stadt, die als eine der gefährlichsten der Welt gilt, versuchten vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause zu kommen. Auch Stunden nach Beginn des Stromausfalls gab es keine Stromversorgung.

Maduro macht USA verantwortlich

Die Regierung des umstrittenen Staatschefs Nicolás Maduro sprach von einem "Sabotage"-Akt gegen das größte Wasserkraftwerk des Landes, Guri. Der Elektrizitätsminister Luis Motta führte den Vorfall im Staatsfernsehen auf einen angeblichen Angriff auf das Wasserkraftwerk zurück, ohne allerdings dafür Belege zu liefern.

Maduro selbst machte die USA für den Stromausfall verantwortlich. Im Kurzbotschaftendienst Twitter sprach er von einem "vom amerikanischen Imperialismus angekündigten und geführten Stromkrieg gegen unser Volk". Informationsminister Jorge Rodríguez sprach ebenfalls von Sabotage und machte Feinde der sozialistischen Regierung Maduros verantwortlich. "Das Ziel war, das venezolanische Volk für mehrere Tage von der Stromversorgung abzuschneiden", sagte er. "Das wird diesen Kriminellen nicht gelingen."

Der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó machte wiederum Maduro für den Stromausfall verantwortlich. "Das Volk weiß, dass das Licht kommt, wenn die unrechtmäßige Machtübernahme endet", schrieb er auf Twitter.

In dem unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise leidenden Venezuela kommt es immer wieder zu Stromausfällen. Die Behörden sprechen regelmäßig von Sabotage. Kritiker werfen der sozialistischen Regierung dagegen vor, nicht ausreichend in den Unterhalt der Infrastruktur zu investieren.