Die USA haben erneut Sanktionen gegen Unterstützer des umstrittenen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro angekündigt. Dieses Mal richten sich die neuen Strafen gegen Banken, die mit Maduro zusammenarbeiten. Der US-Sondergesandte für Venezuela, Elliott Abrams, sprach am Dienstag von "sehr schwerwiegenden zusätzlichen Sanktionen" gegen die Geldinstitute. Auch würden die USA weitere Visa für Vertraute Maduros widerrufen. Die Maßnahmen würden "sehr bald" offiziell verkündet werden.

Washington hatte bereits mehrfach Sanktionen verhängt, die auf Maduro und dessen Umfeld abzielten. So versuchen die Vereinigten Staaten etwa, Caracas von den Erlösen aus Ölexporten abzuschneiden. Die Strafmaßnahmen richten sich dabei gegen die staatliche Erdölgesellschaft PDVSA und deren in den USA tätige Tochterfirma Citgo. Die US-Regierung belegte auch die in Russland ansässige Evrofinance Mosnarbank, die teilweise in venezolanischem Besitz ist, mit Sanktionen.

Mit Blick auf den selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó äußerte sich Abrams besorgt. Die venezolanische Justiz hatte angekündigt, gegen den von Washington unterstützen Oppositionspolitiker wegen dessen angeblicher Beteiligung an der Sabotage des venezolanischen Stromnetzes zu ermitteln. Seit Donnerstagabend gibt es in Teilen des heruntergewirtschafteten Landes keinen Strom mehr. Die Ermittlungen stellten eine "Bedrohung" für Guaidó dar, sagte Abrams. Er habe deshalb "ernsthafte Bedenken".

Venezuela - Die Energiekrise dauert an Noch immer ist die Stromversorgung in Venezuela nicht vollständig wiederhergestellt. Die USA kündigten finanzielle Sanktionen gegen die venezolanische Regierung an. © Foto: Marco Bello/Reuters

Tausende demonstrieren wegen tagelangem Stromausfall

Angesichts des Stromproblems und des Wassermangels sind am Dienstag Tausende zum Protest gegen die Regierung Maduros auf die Straßen Venezuelas gegangen. Guaidó hatte dazu aufgerufen. Vor dem Bürogebäude Parque Cristal in der venezolanischen Hauptstadt richtete er das Wort an die Demonstranten: "Sie werden uns nicht einschüchtern. Die Repression wird uns nicht aufhalten", sagte der 35-Jährige. "Wir werden in den Straßen weitermachen, so lange, bis die Freiheit für ganz Venezuela erreicht ist."

Wegen des Stromausfalls hatte Maduros Regierung den Dienstag und den Mittwoch zu arbeits- und unterrichtsfreien Tagen erklärt. Maduro macht die USA und die Opposition für den "elektrischen Coup" verantwortlich. Nur die USA verfügten über die Technologie für einen derartigen "Cyberangriff". Die Opposition macht fehlende Wartung, Korruption und Missmanagement für den Stromausfall verantwortlich.