Venezuela - Opposition will Nicolás Maduro mit Streiks unter Druck setzen Der Oppositionsführer Juan Guaidó war trotz eines Reiseverbots ins Land zurückgekehrt. Die USA drohten indessen mit mehr Sanktionen gegen Unterstützer des Präsidenten. © Foto: Stringer/Reuters

Die US-Regierung hat neue Strafmaßnahmen gegen Personen aus dem Umfeld des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro angekündigt. Dem US-Sonderbeauftragten für Venezuela Elliott Abrams zufolge sind neue Visa-Restriktionen zu erwarten. Bislang seien 59 Visa entzogen worden. "Davon wird es mehr geben", sagte Abrams. Auch seien weitere Wirtschaftssanktionen vorbereitet worden. "Sie sind bereit, wenn wir sie gegen das Regime einsetzen müssen", sagte Abrams weiter.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und versucht seit Wochen, Maduro zum Rückzug zu drängen. Abrams sagte am Dienstag, inzwischen würden 54 Länder Guaidó anerkennen, darunter zahlreiche EU-Staaten. Er äußerte sich enttäuscht darüber, dass Italien als wichtiger EU-Staat die Anerkennung Guaidós bislang ablehne.

Guaidó wirbt unter Venezuelas Beamten um Unterstützung

Guaidó bat unterdessen Staatsbedienstete um Unterstützung. Bei Treffen mit mehreren Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes rief der 35-Jährige am Dienstag zu einem Streik auf, um seine Forderung nach einem Rücktritt von Maduro zu untermauern. "Wir werden nicht länger mit der Diktatur zusammenarbeiten", sagte Guaidó nach einem Treffen im Büro des Ingenieurverbands in Caracas.

Guaidó war am Montag von einer mehrtägigen Auslandsreise nach Venezuela zurückgekehrt. Obwohl die Regierung ihm die Ausreise verboten hatte, wurde er nicht festgenommen. Er trat auch auf einer Demonstration von Anhängern auf, bei der nur wenige Sicherheitskräfte zugegen waren. Die Regierung hat bisher nicht einmal einen Kommentar zu seiner Rückkehr abgegeben.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sind besonders auf staatliche Zuschüsse von Maduros Regierung angewiesen. Guaidó versprach, am Mittwoch in der Nationalversammlung ein Gesetz auf den Weg zu bringen, um die Rechte der öffentlich Bediensteten zu schützen. Maduro hat die Nationalversammlung allerdings entmachtet.