Die Whistleblowerin und ehemalige Militärangehörige Chelsea Manning wurde verhaftet, weil sie sich weigert, vor einer Grand Jury Fragen zu der Enthüllungsplattform des australischen Journalisten Julian Assange zu beantworten. Sie werde so lange im Gefängnis bleiben, bis sie sich anders entscheide, sagte der Richter Claude Hilton vom Gericht in Alexandria.

Manning hatte schon in einer kurzen Anhörung gesagt, dass sie nicht die Absicht habe, auszusagen. Sie teilte dem Richter mit, sie werde "akzeptieren, was auch immer Sie über mich bringen". Die frühere IT-Spezialistin der US-Armee sagte, sie erhebe Einspruch gegen die Geheimhaltung des Prozesses, zudem habe sie bei ihrer Anhörung vor dem Kriegsgericht 2013 bereits alles, was sie wisse, enthüllt. "Aus Solidarität mit vielen Aktivisten, die in Schwierigkeiten sind, werde ich zu meinen Prinzipien stehen", sagte sie. Sie werde jede rechtliche Möglichkeit, die ihr zur Verfügung stehe, ausschöpfen.

Manning saß bereits sieben Jahre in Haft, nachdem sie 2010 Datenmengen aus den Computersystemen der US-Regierung an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergeleitet hatte. Dadurch wurden unter anderem schwere Straftaten von US-Soldaten öffentlich. Manning wurde dafür zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt, wurde jedoch 2017 nach der Begnadigung durch den damaligen US-Präsidenten Barack Obama aus der Haft entlassen.