Der frühere peruanische Staatschef Alan García ist tot. Das teilte der amtierende Staatschef Martín Vizcarra mit. Der 69-Jährige sei wenige Stunden nach einer Notoperation seinen Verletzungen erlegen. Er habe sich bei seiner Verhaftung wegen Korruptionsvorwürfen selbst eine Schusswunde zugefügt, wie sein Anwalt mitteilte. Er überlebte den Schuss zunächst schwer verletzt und wurde darauf hin in ein Krankenhaus gebracht.

Die Justiz hatte eine zehntägige Untersuchungshaft für den ehemaligen Präsidenten angeordnet, der von 1985 bis 1990 und von 2006 bis 2011 im Amt war. Gegen den Sozialdemokraten wurde wegen des Korruptionsskandals um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht ermittelt. Die Staatsanwaltschaft untersuchte, ob García 2006 illegale Spenden für seinen Wahlkampf von Odebrecht erhalten hat.

García hatte bestritten, von Odebrecht Geld angenommen zu haben. "Man darf nicht Menschen aufgrund von Spekulationen verhaften, das wäre eine große Ungerechtigkeit", sagte García Anfang der Woche in einem Gespräch mit dem Sender RPP.

Vor einer Woche war bereits ein weiterer Ex-Präsident, Pedro Pablo Kuczynski, der von 2016 bis 2018 amtierte, ebenfalls wegen mutmaßlicher Korruption im Fall Odebrecht verhaftet worden. Odebrecht soll Hunderte Millionen Dollar Schmiergeld in ganz Lateinamerika gezahlt haben, um an lukrative Staatsaufträge zu kommen. Kuczynski trat vor einem drohenden Amtsenthebungsverfahren vor einem Jahr zurück. Auch gegen die Ex-Präsidenten Ollanta Humala (Regierungszeit von 2011 bis 2016) und Alejandro Toledo (2001 bis 2006) laufen Untersuchungen zur Frage, ob sie illegale Zahlungen angenommen haben.

Auch im Nachbarland Brasilien ist der Konzern in Korruptionsskandale verwickelt.