Der Chef des neuen Militärrats im Sudan, Awad Ibn Auf, ist zurückgetreten. Das teilte er in einer im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache mit. Zudem kündigte Ibn Auf seinen Nachfolger an, Abdel-Fattah Burhan von den Streitkräften. Er trete zurück, um die Einheit der Streitkräfte zu erhalten, sagte Ibn Auf.

Der frühere Vizepräsident hatte am Donnerstag "den Sturz des Regimes" und die Inhaftierung des langjährigen sudanesischen Staatschefs Omar al-Baschir verkündet und war im Anschluss als Chef des Militärrats vereidigt worden. Dieser Rat soll das Land für eine Übergangszeit von zwei Jahren leiten.

Al-Baschir hatte sich 1989 mithilfe von Islamisten selbst an die Macht geputscht. Gegen ihn besteht seit Jahren ein internationaler Haftbefehl wegen Völkermordes. In der Provinz Darfur wurden nach UN-Angaben in den Jahren seit 2003 im Konflikt zwischen Regierung und Rebellen 300.000 Menschen getötet. In den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Massenproteste gegen al-Baschir.

Die Proteste gehen weiter

Die Demonstrantinnen und Demonstranten setzten ihre Proteste auch nach dem Putsch gegen Al-Baschir fort. Erneut gingen in der Hauptstadt Khartum Zehntausende Menschen des muslimisch geprägten Landes auf die Straßen, um für die Einrichtung einer Zivilregierung zu protestieren. Zuvor hatten viele die Nacht in Zelten vor dem Verteidigungsministerium verbracht und sich damit der Ausgangssperre widersetzt, die das Militär verhängt hatte.

Offiziellen Angaben zufolge starben bei den Protesten in Karthoum mindestens 16 Menschen durch "verirrte Kugeln". Zudem seien 20 Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.