Die Deutsche Bank hat mit der Übergabe von Dokumenten zu ihren Geschäftsbeziehungen zu US-Präsident Donald Trump an Ermittler begonnen. Das Material sei an die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats New York ausgehändigt worden, berichteten der Sender CNN und die Nachrichtenagentur AFP übereinstimmend unter Berufung auf Insider.

Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hatte im März von der Deutschen Bank Unterlagen über frühere Darlehen an den Trump-Konzern angefordert. Dabei soll es unter anderem um Gelder gehen, die für Trump-Hotels in Chicago, Miami und Washington verwendet worden sind. Nach Informationen der New York Times forderte James von der Bank auch Dokumente an, die sich auf ein früheres Vorhaben des Trump-Konzerns beziehen, den Footballclub Buffalo Bills zu kaufen. Das Vorhaben wurde 2014 von dem Konzern aufgegeben.

Es war am Mittwoch unklar, ob die Deutsche Bank sämtliche von James in Form einer sogenannten Subpoena – also einer rechtlich verbindlichen Aufforderung – verlangten Dokumente übergab. Ein Sprecher der Bank erklärte lediglich, das Unternehmen bleibe der Kooperation "mit autorisierten Untersuchungen verpflichtet".

Gibt es Verbindungen nach Russland?

Parallel zu den New Yorker Ermittlungen werden die Beziehungen der Deutschen Bank zu Trump auch vom US-Repräsentantenhaus untersucht. Die Ausschüsse für Geheimdienstangelegenheiten und zur Überwachung des Finanzsektor forderten – ebenfalls in Form von Subpoenas – in der vergangenen Woche von dem Institut Unterlagen zu dem Darlehen an Trump an. Die Kongresskammer wird seit Jahresbeginn von den oppositionellen Demokraten kontrolliert.

Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach den Pleiten, die der Immobilienunternehmer in den Neunzigerjahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen Bogen um ihm. Die Deutsche Bank war damals hingegen bereit, Trump zu helfen. Zeitweise schuldete Trump laut US-Medienberichten der Deutschen Bank 340 Millionen Dollar.

Die Demokraten wittern einen möglichen Zusammenhang mit der Affäre um die Russland-Verbindungen des Trump-Lagers. Die Abgeordnete Maxine Waters, die seit Jahresbeginn dem Ausschuss für den Finanzsektor vorsitzt, äußerte bereits im Mai 2017 in einem Schreiben an die Deutsche Bank den Verdacht, dass Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen".

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, hat die Deutsche Bank auch als "offenkundigen Ausgangspunkt" für die Untersuchung möglicher Geldwäscheaktivitäten durch den Trump-Konzern bezeichnet. Das Institut steht wegen seiner Verwicklung in Geldwäscheskandale seit Jahren unter Druck. Anfang 2017 hatte die Deutsche Bank gegenüber den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien in Zahlungen von insgesamt 630 Millionen Dollar eingewilligt, weil sie suspekten Geldflüssen aus Russland nicht nachgegangen war.