Frankreich - Beteiligung an Gelbwesten-Protesten sinkt In mehreren französischen Städten sind den 22. Samstag in Folge Gelbwesten auf die Straße gegangen. Allerdings war die Beteiligung so gering wie noch nie. © Foto: Christophe Ena/AP/dpa

Bei Protesten der Gelbwesten-Bewegung ist es in der südfranzösischen Stadt Toulouse zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Der Nachrichtensender France Info meldete, dass die Polizei Tränengas gegen die Gelbwesten eingesetzt habe. Einzelne Demonstranten schossen Feuerwerkskörper auf die Einsatzkräfte und setzten einen geparkten Anhänger in Brand. Die Polizei nahm nach offiziellen Angaben vom frühen Abend 37 Menschen fest. 14 Verletzte kamen der örtlichen Präfektur zufolge ins Krankenhaus.

Zum 22. Mal seit dem Beginn der Gelbwesten-Proteste am 17. November protestierten Menschen in Frankreich an einem Samstag gegen die Politik der Regierung – allerdings war die Beteiligung nach Angaben des Innenministeriums relativ gering. Landesweit waren es insgesamt 31.000 Demonstranten – etwas mehr als eine Woche zuvor, aber weniger als an den meisten vorherigen Protesttagen.

In Toulouse, das die Gelbwesten zur Hauptstadt ihres Protestes erklärt haben, demonstrierten nach Schätzung von Le Monde mehrere Tausend Menschen – darunter die Anführerin und die Anführer der Bewegung, Priscillia Ludosky, Maxime Nicolle und Eric Drouet.

In Paris blieb es zunächst ruhig, die Polizei meldete aber 15 Festnahmen. Die Gelbwesten protestierten auch gegen ein neues Gesetz, das der Polizei mehr Durchgriffsrechte im Umfeld von Demonstrationen verleiht. Es beinhaltet ein Vermummungsverbot mit Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr für Personen, die bei Demonstrationen ohne einen legitimen Grund ihre Gesichter verhüllen.

Die Gelbwesten-Proteste hatten im November als Reaktion auf geplante Benzinpreiserhöhungen begonnen. Inzwischen richten sich die Demonstrationen auch allgemein gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron.