Im Streit mit Mexiko hat US-Präsident Donald Trump seine Drohung zurückgenommen, noch in dieser Woche die Grenze zu schließen, wenn die Regierung die Migrantinnen und Migranten nicht zurückhält. Stattdessen will er Autozölle verhängen, wenn die Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador es nicht binnen eines Jahres schafft, Migrantinnen ohne Papiere sowie Drogenschmuggler auf dem Weg in die USA zu stoppen. Sollten die Zölle nicht "funktionieren", werde er die Grenze schließen lassen.

Die mexikanische Regierung warnte davor, die Themen Handel und Migration zu vermengen, während das neue nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA in Washington noch ratifiziert werden muss. "Die US-Regierung vermischt manchmal die beiden Themen", sagte die mexikanische Wirtschaftsministerin Graciela Márquez. "Für uns ist es wichtig, die Ratifikation des Freihandelsabkommens und die Migration getrennt zu betrachten."

"Aus diesem Grund Autozölle zu verhängen, wäre eine schwere Verletzung bestehender Handelsregeln. Außerdem wäre es sehr teuer für US-Autobauer und die Kunden", sagte der Leiter des Mexiko-Instituts an der Forschungsstelle Wilson Center, Duncan Wood.

Stärkere Grenzkontrollen

Am Dienstag hatte Trump den US-Kongress zu einer umgehenden Reform der Migrationsgesetze aufgefordert und andernfalls erneut mit der Schließung der Grenze gedroht.

Die mexikanische Innenministerin Olga Sánchez Cordero hatte vorige Woche in Miami mit US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen über die Migration in der Region gesprochen. Später kündigte sie an, die Kontrollen im Süden Mexikos zu verstärken, um die Menschen aus Mittelamerika auf ihrem Weg Richtung USA zu stoppen.

Die 3.200 Kilometer lange Grenze zwischen den USA und Mexiko ist eine der am stärksten frequentierten der Welt. Eine Schließung würde für beide Länder schwere wirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringen. Trump hatte am Dienstag eingeräumt, dass eine Grenzschließung "negative Auswirkungen auf die Wirtschaft" haben werde. Er sagte aber auch: "Sicherheit ist mir wichtiger als Handel."

Im Februar hatte Trump einen nationalen Notstand an der Grenze ausgerufen, an der er eine umstrittene Mauer bauen lassen will.