Im Norden Griechenlands haben sich Migranten den dritten Tag in Folge gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Flüchtlinge warfen Steine und Flaschen auf die Einsatzkräfte und versuchten, eine Polizeisperre zu durchbrechen, um auf eine Straße zu gelangen, die Richtung Grenze führt. Manche trugen Kinder in ihren Armen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Blendgranaten ein, wie griechische Medien übereinstimmend meldeten.

Zelte rund ums Flüchtlingslager Diavata

Am Donnerstag waren am Flüchtlingslager Diavata in der Nähe von Thessaloniki Hunderte Menschen angekommen und hatten auf einem freien Feld Zelte aufgeschlagen. In sozialen Netzwerken war die Meldung verbreitet worden, dass die Balkanroute wieder offen und Anfang April ein Grenzübertritt nach Nordmazedonien möglich sei. Insgesamt wollen etwa 2.000 Migranten und Migrantinnen zur rund 60 Kilometer entfernten Grenze laufen und von dort aus nach Norden weiterreisen. 

Der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas dementierte die Meldung: "Es ist eine Lüge, dass die Grenzen offen sein werden", sagte er dem staatlichen TV-Sender ERT. Das Ministerium rief die Flüchtlinge dazu auf, in ihre Unterkünfte zurückzukehren. Dazu stünden Busse bereit.

Die Balkanroute wurde vor drei Jahren geschlossen. 2015 und 2016 waren von Griechenland über Nordmazedonien, Serbien und Ungarn Millionen Menschen nach Mitteleuropa gezogen. Mehr als eine Million von ihnen kamen in Deutschland an. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise wurde entlang der Grenze zwischen Griechenland und Nordmazedonien ein Grenzzaun gebaut, der bis heute überwacht wird.

Auch in der Hauptstadt Athen versammelten sich Migranten, die gen Norden reisen wollten. Am Freitag besetzten dort etwa 300 Menschen den Hauptbahnhof. Der Bahnverkehr wurde für mehrere Stunden eingestellt. Die Besetzung wurde jedoch in der Nacht zum Samstag beendet, wie die Eisenbahndirektion mitteilte.