In Saudi-Arabien sind nach Angaben des Innenministeriums 37 Menschen nach Terrorismusvorwürfen hingerichtet worden. Die saudischen Staatsbürger sollen unter anderem Terrorgruppen aufgebaut, Sicherheitskräfte angegriffen und terroristische Ideologie angenommen haben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat dagegen die "Massenhinrichtung" kritisiert und sprach von einer alarmierenden Eskalation von Todesurteilen in dem arabischen Königreich.

Die Verurteilten hätten aus verschiedenen Landesteilen gestammt, extremistische Ideologien übernommen und terroristische Zellen gebildet, um Chaos zu verbreiten und religiöse Konflikte zu provozieren, hieß es in der staatlichen Mitteilung. Sie seien vom Sonderstrafgericht in Riad schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt worden. Laut dem Innenministerium haben einige von ihnen Anschläge auf Gebäude der Sicherheitskräfte verübt, Soldaten und Polizisten getötet und sich mit Feinden des Staates verschworen.

Die Todesstrafen wurden demnach in der Hauptstadt Riad, den heiligen Städten Mekka und Medina, in der Provinz Kassim sowie in der Ostprovinz vollstreckt. Laut der Mitteilung wurde einer der Verurteilten gekreuzigt. Die Leiche sei mehrere Stunden lang öffentlich auf einem Pfahl zur Schau gestellt worden. Alle anderen 36 Personen wurden enthauptet.  

"Todesstrafe als politisches Instrument"

"Es ist ein weiteres grauenvolles Anzeichen dafür, wie die Todesstrafe als politisches Instrument missbraucht wird", teilte Lynn Maalouf von Amnesty International mit. Die Mehrheit der Hingerichteten komme aus der schiitischen Minderheit des Landes. Die Männer seien in Scheinverhandlungen verurteilt worden, die jeglichen internationalen Standards widersprächen.

Unter den Hingerichteten seien elf Männer, die wegen Spionage für den Iran verurteilt worden seien, berichtete Amnesty. Mindestens 14 weitere Personen seien wegen ihrer Teilnahme an Protesten gegen die Regierung im Osten Saudi-Arabiens in den Jahren 2011 und 2012 verurteilt worden. Zu den Verurteilten zählte demnach auch ein junger Mann, der zum Zeitpunkt der Proteste erst 16 Jahre alt war. Nach internationalem Recht ist die Todesstrafe für Minderjährige verboten.

In diesem Jahr sind laut Amnesty bereits mindestens 104 Menschen hingerichtet worden, die meisten im Zusammenhang mit Drogendelikten. Im vergangenen Jahr wurden nach unterschiedlichen Angaben von Menschenrechtsgruppen zwischen 139 und 149 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet. Die meisten Verurteilungen habe es wegen Mordes und Drogendelikten gegeben.

Das Königreich steht wegen der Todesstrafe international in der Kritik. In der Regel werden die Verurteilten – zum Teil öffentlich – geköpft oder erschossen.