Umweltaktivisten der Klimainitiative Extinction Rebellion haben zum Abschluss ihrer tagelangen Kundgebungen den Eingang der Londoner Börse blockiert. Mehrere Demonstrantinnen und Demonstranten schlossen sich an der Drehtür am Börseneingang fest. Andere blockierten eine Straße in der Nähe. Weitere Demonstranten kletterten auf das Dach eines Zuges im Bahnhof von Canary Wharf, dem Finanzzentrum von London.

Die Aktivisten werfen der Finanzbranche vor, "Klima- und ökologische Zerstörung" zu finanzieren. Sie hielten Schilder mit der Aufschrift "business as usual = death" (business as usual = Tod) hoch. Die Finanzindustrie sei mitverantwortlich für die Zerstörung des Klimas und der Umwelt, sagte eine Sprecherin von Extinction Rebellion, der verantwortlichen Organisation.

Die Polizei entfernte die Protestierenden an beiden Orten und brachte sie in Kleinbussen fort. Die Börse, die keinen Handelssaal hat, setzte ihren gewohnten Betrieb fort.

"Größter Akt zivilen Ungehorsams in der jüngeren Geschichte Großbritanniens"

Die Protestaktion fand im Rahmen der weltweiten Protestwochen der Klimainitiative Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) statt. Die Umweltaktivisten setzen auf weitgehend friedliche Aktionen, die von der Öffentlichkeit unterstützt werden. Bereits in den vergangenen elf Tagen hatten Tausende Menschen in London für Klimaschutz demonstriert, unter anderem blockierten die Demonstrantinnen und Demonstranten das Areal rund um das Parlament und mehrere Brücken. Die Aktionen führten zu teils erheblichen Behinderungen des Verkehrs.

Die Gruppe selbst sprach vom größten Akt zivilen Ungehorsams in der jüngeren Geschichte Großbritanniens. Zum Abschluss der Protestreihe kündigte Extinction Rebellion an, die verbliebenen Blockaden am Marble Arch und Parliament Square noch an diesem Donnerstag zu beenden. Die Gruppe dankte den Londonern. Sie schrieb: "Wir wissen, dass wir euer Leben gestört haben. Wir tun dies nicht leichtfertig. Wir tun das nur, weil es ein Notfall ist."

Nach Angaben der Polizei wurden seit Beginn der Proteste mehr als 1.100 Menschen festgenommen, 70 wurden angeklagt. Insgesamt 10.000 Polizisten waren in den vergangenen zwei Wochen in der Hauptstadt wegen der Proteste im Einsatz.

Die Gruppe Extinction Rebellion wurde im vergangenen Jahr von britischen Wissenschaftlern gegründet. Sie fordert, einen Klimanotstand auszurufen, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2025 auf null zu senken und Bürgerversammlungen zu Klima- und Umweltthemen einzuberufen.