Italien hat 146 Flüchtlinge aus der libyschen Küstenstadt Misrata aufgenommen. Die Flüchtlinge wurden am Montag zu einem Militärstützpunkt nahe Rom geflogen. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums stammen die meisten von ihnen aus Eritrea und Somalia, außerdem aus Syrien, Äthiopien und dem Sudan. 68 von ihnen sind minderjährig.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi rief andere Staaten auf, dem italienischen Beispiel zu folgen und Flüchtlinge aufzunehmen, die in dem nordafrikanischen Krisenstaat festsäßen. Mit Blick auf die neuen Gefechte in Libyen warnte er, vielen Flüchtlingen drohe ein "tragisches" Schicksal.

Unter Innenminister Matteo Salvini hat die italienische Regierung praktisch alle Häfen für Migranten geschlossen, die an Bord von Schmugglerbooten versuchen, aus Libyen zu fliehen. So unterstützt sie die libysche Küstenwache zum Beispiel, Bootsflüchtlinge nach Libyen zurückzubringen. Italien hatte aber auch schon zuvor über einen humanitären Korridor Migranten aus Libyen aufgenommen.

In Libyen ist die Gewalt neu entflammt. Der abtrünnige libysche General Chalifa Haftar hatte am 4. April eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die UN-gestützte Regierung der nationalen Einheit sitzt. Seitdem liefern sich regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt.

Libyen ist ein Transitland für Tausende von Migrantinnen und Migranten, die nun in Gefahr sind. Die Geflüchteten lebten dort schon vor den jüngsten Gewaltausbrüchen in Lagern oft unter unmenschlichen Bedingungen. Nun seien mehr als 3.300 Menschen in den Lagern wegen der Kämpfe in unmittelbarer Gefahr, so der UN-Flüchtlingskommissar.