Die Kämpfe um die Hauptstadt Libyens, Tripolis, haben sich verschärft. In der Nacht auf Sonntag kam es zu neuen Luftangriffen der Rebellen. Einwohner und ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichteten von mehreren Explosionen und Luftabwehrfeuer der Armee. Zuvor sei eine Drohne oder ein Kampfflugzeug wiederholt minutenlang über der Stadt gekreist und habe dann angegriffen.

Die BBC berichtet zudem von starken Gefechten im Süden der Stadt. Dort haben Truppen der Regierung eine Gegenoffensive gegen den vorrückenden Marschall Haftar.

Die Explosionen seien schwerer gewesen als in den vergangenen Tagen. Den Einwohnern zufolge schlugen offenbar mehrere Raketen in einem Stützpunkt der Regierungstruppen in einem südlichen Außenbezirk ein. Der einzig noch funktionierende Flughafen von Tripolis stellte aus Sicherheitsgründen erneut den Betrieb ein. Er war bereits in den Tagen zuvor nach Beschuss durch die Truppen des Rebellen-Kommandeurs Chalifa Haftar vorübergehend geschlossen worden.

Der im Osten des Bürgerkriegslandes herrschende Marschall Haftar hat Anfang April eine Offensive gegen die Truppen der international anerkannten Regierung in Tripolis unter Ministerpräsident Fajes al-Serradsch gestartet, die in den Außenbezirken der Hauptstadt ins Stocken geraten ist. Der ölreiche Wüstenstaat ist seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi 2011 in rivalisierende Lager gespalten.