Zehntausende Menschen sind im Sudan gegen den regierenden Militärrat auf die Straße gegangen. Die Demonstration verlief durch die Hauptstadt Khartum in Richtung Armeehauptquartier. Die oppositionelle Allianz für Freiheit und Wandel hatte zu einem sogenannten Marsch der Million aufgerufen, um den Militärrat weiter unter Druck zu setzen.

Wie Reporter berichten, drohten die vor dem Armeehauptquartier versammelten Demonstranten mit einem Generalstreik für den Fall, dass sich der Militärrat weiterhin weigert, die Macht an eine Zivilregierung zu übergeben.

Am Mittwoch hatte das Militär eine Einigung mit der Protestbewegung verkündet. Vertreter beider Seiten beschlossen die Gründung eines gemeinsamen Komitees zur Klärung von Streitfragen, außerdem traten drei Mitglieder des Militärrates zurück. Ein Sprecher des Rates hatte gesagt, über die "meisten Forderungen" der Protestbewegung sei Einigkeit erzielt worden. Zur zentralen Forderung nach einer Zivilregierung äußerte er sich jedoch nicht.

Der Militärrat regiert den Sudan übergangsweise seit dem Sturz des jahrzehntelang autoritär herrschenden Staatschefs Omar al-Baschir am 11. April. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde der Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung sieht in diesem Gremium aber eine Fortsetzung der Regierung al-Baschirs und fordert eine sofortige Übergabe der Macht an eine Zivilregierung. Am Wochenende waren Gespräche zwischen beiden Seiten vorerst ergebnislos abgebrochen worden.