In Nordmazedonien wird eine Stichwahl am 5. Mai über den künftigen Präsidenten entscheiden. In der ersten Wahlrunde konnte kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielen. Vorn landeten der Kandidat der regierenden Sozialdemokraten, Stevo Pendarovski, und die von der rechtskonservativen Opposition unterstütze Gordana Siljanovska-Davkova. Beide kamen nach Auszählung fast aller Stimmen auf zwischen 42 und 43 Prozent.

Der Vertreter der albanischen Minderheit, Blerim Reka, erhielt rund elf Prozent. Staatschef Gjorge Ivanov durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Die Wahlbeteiligung lag bei sehr niedrigen 41 Prozent. In der zweiten Wahlrunde ist die Wahlbeteiligung besonders wichtig. Die Wahl ist nur bei einer Beteiligung von mindestens 40 Prozent gültig. Das Präsidentenamt in Nordmazedonien hat vor allem repräsentative Bedeutung.

Mazedonien hatte sich Mitte Februar in Nordmazedonien umbenannt. Damit wurde der jahrzehntelange Namensstreit mit dem Nachbarn Griechenland beendet. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte.

Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz Makedonien. Nach der Umbenennung steht einem Beitritt Mazedoniens zur Nato, der bislang von Athen blockiert worden war, nichts mehr im Wege. Das Land hofft zudem auf eine Aufnahme in die EU.

Die Wahl am Sonntag galt als Testwahl für die Regierung des Sozialdemokraten Zoran Zaev. Siljanovska-Davkova hatte im Wahlkampf die Umbenennung scharf kritisiert, zugleich aber erklärt, die zugrunde liegenden internationalen Abkommen respektieren zu wollen. Pendarovski hatte wiederum angekündigt, den von Nordmazedonien eingeschlagenen Weg in Richtung EU- und Nato-Integration fortsetzen zu wollen.