So wie bereits China hat nun auch Russland Kritik an der Ankündigung der US-Regierung geübt, die Sanktionen gegen Ölimporte aus dem Iran auszuweiten. Das russische Außenministerium teilte mit, die US-Politik werde immer "aggressiver und rücksichtsloser". "Washington verbirgt nicht einmal seinen Wunsch, die Welt seinem Willen zu unterwerfen." Zugleich lobte Moskau die "Zurückhaltung" der iranischen Regierung mit Blick auf "die arroganten amerikanischen Provokationen".

Anfang der Woche hatte die US-Regierung mitgeteilt, das iranische Ölgeschäft noch strenger zu sanktionieren. So sollen Ausnahmeregelungen für bestimmte Länder zum 2. Mai auslaufen. Betroffen wären China, Griechenland, Indien, Italien, Japan, Südkorea, Taiwan und die Türkei. Unternehmen aus diesen Ländern war es bislang erlaubt, iranisches Öl ohne Strafandrohung zu importieren. 

Iran droht mit Blockade der Straße von Hormus

Zunächst hatten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) das Vorgehen der USA kritisiert und mit einer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf gedroht, falls die USA den Ölexport der Islamischen Republik stoppen sollten. Die Straße von Hormus gilt als die wichtigste Ölhandelsroute, durch die fast ein Drittel der globalen Ölexporte verschifft wird. "Solange wir unser Öl exportieren können, bleibt Hormus offen, wenn nicht, dann gibt es dafür keine Logik mehr", sagte IRGC-Marinekommandeur Aliresa Tangsiri laut der Nachrichtenagentur Isna.

Auch Präsident Hassan Ruhani hatte mehrmals mit einer Blockade der Straße von Hormus gedroht, falls die USA im Zuge ihrer Sanktionen Irans Ölexporte blockieren sollten. Die Regierung behält sich außerdem vor, in diesem Fall aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 auszusteigen. Nach Angaben von Ruhani habe sich der Iran an alle technischen Verpflichtungen im Atomdeal gehalten. Die Sanktionen jedoch, die gemäß Abkommen aufgehoben werden sollten, bestünden immer noch und würden von den USA noch verschärft.

EU und China kritisieren das Vorgehen der USA

Kritik kam auch vonseiten der EU. Kommissionssprecherin Maja Kocijančič sagte, die Sanktionen bergen das Risiko, das Atomabkommen mit dem Iran "weiter zu untergraben". Die chinesische Regierung kritisierte, das Ende der Ausnahmegenehmigungen verstoße gegen Chinas Interessen und werde die Turbulenzen im Nahen Osten und an den internationalen Energiemärkten verstärken.

Außenministeriumssprecher Geng Shuang sagte, die USA agierten außerhalb ihrer Gerichtsbarkeit, wenn sie einseitig die Sanktionen verhängten. Normale Interaktion zwischen dem Iran und anderen Ländern seien "vernünftig und rechtens" und verdienten Respekt und Schutz. China werde weiterhin daran arbeiten, die Interessen seiner Unternehmen zu schützen, was den Wunsch des Landes widerspiegele, ausländische Märkte zu sichern, sagte Shuang.