Zwei Mitglieder des russischen Protestkollektivs Pussy Riot haben laut einem Bericht des schwedischen Fernsehsenders SVT politisches Asyl in Schweden erhalten. Lusine Dschanjan und Alexej Knedljakowski hatten bereits 2017 einen Asylantrag für sich und ihre beiden Kinder gestellt, der aber zunächst abgelehnt worden war. In einem zweiten Verfahren hatten sie nun offenbar Erfolg.

Dschanjan und Knedljakowski gaben an, in Russland Todesdrohungen erhalten zu haben. "Ich bin sehr froh, dass meine Kinder in Sicherheit aufwachsen werden können – vor allem angesichts dessen, was in Russland geschieht", sagte Dschanjan dem Sender. Die russischen Sicherheitskräfte hätten das Paar schikaniert und auch mit Folgen für die gemeinsamen Kinder gedroht.

Pussy Riot ist ein Kollektiv, das in Russland mit verschiedenen politischen Protestaktionen auf sich aufmerksam gemacht hat. Als sogenannte Flitzer stürmten sie beim Finale der Fußball-WM im vergangenen Jahr in Uniform auf das Feld und forderten die Freilassung politischer Gefangener. Nach einem "Punk-Gebet" in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, mit dem sie gegen den damaligen Regierungschef und jetzigen Präsidenten Wladimir Putin protestiert hatten, wurden die drei Aktivistinnen des Kollektivs 2012 verhaftet. Ein Gericht verurteilte sie wegen "religiös motivierten Rowdytums", später wurden sie von Putin begnadigt. Knedljakowski ist eines der wenigen männlichen Mitglieder des Kollektivs.