Das US-Justizministerium hat angekündigt, den Bericht von Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre voraussichtlich am Donnerstag zu veröffentlichen. Eine redigierte Fassung werde an den Kongress gehen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sagte Ministeriumssprecherin Kerri Kupec.

Nach fast zweijährigen Ermittlungen hatte Mueller seinen circa 400-seitigen Bericht Ende März an Justizminister William Barr übergeben. Dieser reichte kurz darauf eine vierseitige Zusammenfassung mit prinzipiellen Schlussfolgerungen an den Kongress weiter. Darin schrieb er, Mueller habe keine Nachweise für eine Konspiration zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Präsident Donald Trump gefunden.

Zur Frage einer möglichen Behinderung der Justiz durch Trump habe Mueller sich nicht eindeutig geäußert. Barr selbst erklärte, er glaube nicht, dass die Beweise ausreichten, um Trump ein solches Vergehen nachzuweisen.

"Besorgniserregender" als beschrieben

Die New York Times berichtete jedoch Anfang April, dass manche Mitglieder des Mueller-Teams wegen Barrs Darstellung der Ermittlungsergebnisse frustriert seien. Die Ergebnisse seien für den Präsidenten "besorgniserregender", als dies der Minister beschrieben habe.

Bei Veröffentlichung des Berichts sollen laut dem Justizminister unter anderem solche Stellen geschwärzt werden, die "sensible Quellen und Methoden" der Ermittler enttarnen könnten. Ebenfalls unkenntlich gemacht werden sollen demnach Passagen, in denen es um Vorgänge geht, die derzeit Gegenstand weiterer Ermittlungen oder von Gerichtsverhandlungen seien.

Mueller sollte als Sonderermittler herausfinden, inwieweit Russland sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt hat und ob dabei Mitglieder aus Trumps Wahlkampfteam involviert waren. Im Zuge der Ermittlungen wurden Unterstützer Trumps bereits angeklagt und verurteilt.